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So funktioniert das Frauenhauslädele

Viel Spendengelder werden zugunsten des Vereins »Frauen helfen Frauen« gesammelt. Vier Ehrenamtliche berichten über ihre Arbeit im Frauenhaus-Lädele. Dort werden vor allem auch Sachspenden benötigt.

Seit der Gründung (1983) ist der Verein »Frauen helfen Frauen« auf Spenden angewiesen. Schon das kleine Startkapital kam von Privatspendern, ab dann »mussten wir einen bestimmten Eigenmittelbetrag finanzieren«, erklärt Evelyn Krümmel, langjährige Geschäftsführerin des Vereins und heute Vorstandsmitglied. Die Runde am Tisch mit Judith Sieferle, Karin Treeck und Miriam Sanner kommt ein bisschen ins Nachdenken. Der ein oder andere Seufzer wird nachgeschoben, »ja, das ist eine ständige Herausforderung bis heute geblieben«. Aber man hat auch längst gehandelt: Mit einem Frauenhaus-Lädele und einem halbjährlichen großen Bücher-Flohmarkt. 

Die Erlöse fließen eins zu eins in die Arbeit des Vereins. Dann aber müssen die engagierten Frauen doch lachen. »Weißt du noch, wie wir mit dem Lädele auf dem Ihlenfeld-Areal begonnen haben? Nach einem Aufruf brachten sofort viele Menschen ihre kleinen und großen Dinge zu uns.« Der Frauen-Service-Club »Inner Wheel« spendete damals Kaffee und Kuchen, und los ging die Auktion. Lampen, Geschirr, Bilder, Deko-Sachen, Haushaltsgegenstände, Elektroartikel und Spielzeug fanden Absatz. Aus Nachlässen, Umzügen, Haushaltsverkleinerungen kamen die originellsten Dinge. 

Was im Frauenhaus-Lädele als Ladenhüter hängenblieb, das wurde schon recht früh über E-Bay angeboten. Kleider werden nicht verkauft. Dafür müsste man Umkleidekabinen installieren – zu umständlich. Heute ist das Frauenhaus-Lädele eine feste Einrichtung und mitten in der Stadt angesiedelt. In der Spitalstraße 7/Ecke Gerberstraße locken hübsch dekorierte Schaufenster in den hellen Verkaufsraum. Drinnen ist, genau wie bei einem gewerblichen Laden, die Ware schön vorsortiert. 

»Wir brauchen noch einen Kartoffelstampfer« überlegt Karin Treeck unvermittelt im Geschichten-Erzählen. Der fehle, ein Kunde habe nachgefragt. Andere Dinge, die nur das Lädele hat, liegen dafür in vielfacher Auswahl und zu annehmbaren Preisen in den Regalen. Zum Beispiel ein echter Keramik-Kaffee-Filter neben der Tischdecke samt Servietten für die Kaffee-Tafel. »Na, sowas gibt es nicht mal in Berlin«, machte einmal ein älterer Herr dem Lädele ein charmantes Kompliment. 

Tatsächlich hätten sich lange Zeit keine Männer reingetraut, erzählt Karin Treeck, weil auf dem Schild »Frauenhaus« stand. Sie ist so etwas wie die Laden-Chefin, achtet sehr auf Qualität der Ware, nimmt keinen Ramsch. Sie arbeitet ehrenamtlich wie ihre rund 30 Kolleginnen, die sich in Schichten abwechseln. 

Funktionen des Lädele

Evelyn Krümmel erklärt die vielfältigen Aspekte der Funktion vom Lädele kurz und knapp: »Hier bringen sich ehrenamtlich tätige Frauen ein, die das Ziel haben, die Arbeit des Vereins Frauen helfen Frauen zu unterstützen. Für Frauen, die häusliche Gewalt erlebt haben, ist das Lädele eine kleine Brücke, um später die Fachberatung aufzusuchen.« 

»Informationen werden verteilt, die Kontaktaufnahme ist niederschwellig«, ergänzt Judith Sieferle, Vorstandsmitglied des Vereins. »Dieser Laden ist ein kleines Gegengewicht zur Wegwerfgesellschaft«, fährt Krümmel fort. Er ist zudem zur Kontaktstelle für viele Menschen geworden, die einsam sind. »Da kommen unsere Stammkunden vorbei und schnacken ein bisschen.« Und letztlich, »für Leute, die nicht viel Geld in der Tasche haben, ist es hier möglich, etwa ein Geschenk oder eine Grundausstattung für Küche, Bad und Wohn- und Kinderzimmer zu erstehen«. Viele Studenten würden das nutzen. 

Der Umsatz ist in den letzten Jahren gestiegen, meldet Karin Treeck. Die Einnahmen bedeuten eine verlässliche Größe im Etatplan des Vereins. Was man hier nicht kaufen kann, ist die Freundlichkeit der Verkäuferinnen, die im Übrigen weder Lohn noch Aufwandsentschädigung erhalten. Zuwendung gibt es immer gratis für alle Kunden, verbunden mit Herzlichkeit und Freude. »Gut, dass es das Frauenhaus-Lädele gibt«, diesen Satz hört man dort fast täglich. Von Menschen, die günstig einkaufen müssen, von Leuten, die getröstet nach Hause gehen. Von allen Spendern, die froh und glücklich sind, dass etwa Omas zart-geblümtem Kaffee-Service ein zweites Leben geschenkt wird. 

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