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Leser Helfen 2018 / 19

Leser Helfen erzielte: 181.500 Euro

Äußerst erfolgreich verlief die 22. Benefizaktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse. 181.500 Euro bedeuten die vierthöchste Spendensumme in der Geschichte der Aktion. Das ist eine stattliche Summe, die für die Einrichtung eines zweiten Frauenhauses in der Ortenau aber auch dringend benötigt wird, weil der Andrang gepeinigter Frauen enorm zugenommen hat. Mit dem Geld wird die Aufnahmekapazität mehr als verdoppelt werden können.

Geschäftsstelle Frauenhaus / Leser helfen Abschlusstermin

Es ist einfach fantastisch zu sehen, welche Solidarität und Anteilnahme unsere Arbeit erfährt«, freute sich Monika Strauch, Geschäftsführerin im Vorstand des Trägervereins »Frauen helfen Frauen Ortenau« bei der Spendenübergabe dieser Tage. Wolfgang Kollmer, Redaktionsleiter der Mittelbadischen Presse, überreichte den hocherfreuten Frauen des Vorstands einen Scheck über 181.500 Euro, verbunden mit einem aufrichtigen und herzlichen Dank an alle Spender.

Brief von „Frauen helfen Frauen e.V.“ Frauenhaus – Leser helfen Aktion 2018/19

Es sei eine schöne Erfahrung gewesen, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Benefizaktion und auf ihr Engagement angesprochen worden seien, erzählte Vorstandsfrau Inge Vogt-Goergens. Diese ehrliche und auch spontane Hilfsbereitschaft und Anteilnahme habe man als beeindruckende Erfahrung wahrgenommen. Über 1700 Einzelspenden waren diesmal zu verzeichnen – auch das sei »rekordverdächtig«, so Wolfgang Kollmer. Das Besondere an »Leser helfen« sei die sehr große Bandbreite von der Fünf-Euro-Spende bis zum 10 000-Euro-Firmen-Scheck, den es diesmal gleich zweimal gab. Neben der Zimmer Group aus Rheinau-Freistett war dies einmal mehr die Firma WTO aus Ohlsbach, deren Seniorchefin Hannelore Tschiggfrei es sich nicht nehmen ließ, bei der Abschluss-Spendenübergabe anwesend zu sein – auch als langjähriges Mitglied des Frauenhaus-Fördervereins.

Neben vielen Einzelspendern waren auch diesmal wieder zahlreiche Altbekannte dabei: Handwerker, die seit Jahren für »Leser helfen« backen und Wurst verkaufen, Vereine, Gruppen und Schulklassen, die Selbstgebasteltes verkaufen bis hin zu Vereinen, die Veranstaltungen zugunsten »Leser helfen« ausrichten. Nicht zu vergessen das traditionelle Neujahrsschwimmen bei Weber Haus in Linx.

Was passiert nun mit dem Spendengeld? Weil der Trägerverein »Frauen helfen Frauen Ortenau«, der sich seit Jahrzehnten gegen häusliche Gewalt gegen Frauen und für betroffene Kinder einsetzt, pro Jahr rund 150 (!) schutzsuchende Frauen ablehnen muss, wird mit dem Geld die Kapazität des Frauenhauses von 9 auf 20 Plätze vergößert. Jetzt müssen die Räume renoviert und komplett neu eingerichtet werden, dazu gehören auch Spielräume, Kinderzimmer, Küchen und ein Spielplatz im Außenbereich. Außerdem sollen von dem Geld zwei kleine Fahrzeuge gekauft werden für Behördengänge, Einkäufe und Ausfahrten. Bei allen Anschaffungen ist garantiert, betonte Redaktionsleiter Wolfgang Kollmer bei der Spendenübergabe, dass das Geld auch eins zu eins ankommt.

Zum Verständnis: Die laufenden Unterbringungs- und Betreuungskosten übernimmt der Ortenaukreis, der der Erweiterung auch zugestimmt hat. Für Umbau und Einrichtung muss der Verein, der größtenteils ehrenamtlich getragen wird, selbst aufkommen.

Wie wichtig die Arbeit der Frauen ist, zeigt sich, wenn sie von ihren Erfahrungen berichten. »Ins Frauenhaus geht niemand freiwillig«, berichtet Geschäftsführerin Monika Strauch. Ein oft langjähriges Martyrium gehe voraus, bevor ein Frau den Mut fasse, sich beim Verein zu melden. Strauch betont auch, dass Gewalt gegen Frauen kein Randphänomen sei, auch in der idyllischen Ortenau nicht. Bundesweit sei jede vierte Frau davon betroffen, quer durch alle sozialen Schichten. Deshalb gibt es Frauenhäuser – als Schutzraum, für Beratung und Begleitung.

Offenburg, Ortenbergerstr. 2, Frauen helfen Frauen e.V. / Leser helfen: „Ich war ein Kind im Frauenhaus“

Zum Abschluss der Aktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse hat der Verein »Courage – Sicherheit Fördern« beschlossen, das Frauenhaus in Offenburg mit weiteren 2000 Euro zu unterstützen.

Die Aktion »#MeToo« war 2018 eines der beiden Präventionsthemen des Vereins. Das Verwenden des Hashtags sollte Frauen dazu ermutigen, auf das Ausmaß sexueller Belästigungen und Übergriffen aufmerksam zu machen. Der millionenfach verwendete Hashtag wurde nicht zuletzt durch die Schauspielerin Alyssa Milano populär. »Die Unterstützung des Offenburger Frauenhauses passt sehr gut zu diesem Thema«, sagt der Kassierer des »Courage«, Siegfried Koch. Außerdem gehören auch die Frauen der im Verein vertretenen Städte Kehl und Rheinau, sowie der Gemeinde Willstätt zum Einzugsgebiet des Frauenhauses. 

Der 2004 vom ehemaligen Kehler Oberbürgermeister Günther Petry in Leben gerufene Verein will »mit den 2000 Euro unser Frauenhaus unterstützen«. 

Die Aktion ›Leser helfen‹ war nur ein äußerer Anstoß, um uns auch an dieser erfolgreichen Aktion zu beteiligen«, sagt Koch.

Mehrere Projekte

Im Verein »Courage« tagen jährlich viermal Ordnungsamtsleiter, Polizisten und weitere Ämter aus den vertretenen Kommunen. Bei den Treffen wird über die Entwicklungen der Kriminalität berichtet und auf Basis dieser Erkenntnisse Projekte in die Wege geleitet. »Wir haben uns schon gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen oder für den Täter-Opfer-Ausgleich eingesetzt«, sagt Koch. Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Bußgeldern, die vom Gericht zugesprochen werden. 

Für Interessierte, die sich in diesem Bereich engagieren wollen, ist er offen zugänglich

Spendenübergabe

Offneburg, Ortenberger Straße 2, Geschäftsstelle Frauenhaus / Leser helfen: Spendenübergabe von Frau Anette Isabo,mitte-links M. Strauch und ganz rechts Wolfgang Kollmer

Auch wenn die jährliche Benefizaktion der Mittelbadischen Presse mit dem traditionellen Neujahrsschwimmen im House of Living von Weber Haus in Linx zu Ende gegangen war, sind seither immer noch Spendeneingänge auf den Konten zu verzeichnen. Natürlich kommt auch dieses Geld der dringend notwendigen Erweiterung des Offenburger Frauenhauses zugute.

Ihre Spende brachte Anette Isabo aus Biberach gleich persönlich in der Geschäftsstelle des Frauenhaus-Vereins in Offenburg vorbei. Die bildende Künstlerin und Kunststherapeutin war von Kollegen auf die »Leser helfen«-Aktion aufmerksam gemacht worden. »Da mach’ ich mit«, hatte sie sich spontan entschlossen und im Kettererhaus in Biberach an einem Sonntag und den drei Freitagen im Advent im Rahmen des Weihnachtsmarkts eine Ausstellung zum Thema »Frau sein« auf die Beine gestellt.

Spendenübergabe der Boar Destillerie

Bad Peterstal, Breitsodstr. 4, Boar Distillery / Spendenübergabe Leser helfen „Schnapszahlen für den guten ZwecK“Nadine Decker,Markus Kessler,Isabel Obleser,Bernd Rendler,Hannes Schmidt,Wolfgang Kollmer

Den Erlös aus dem Verkauf von Getränken und Prozenten vom Verkauf von Bildern übergab sie dieser Tage an Monika Strauch, Geschäftsführerin des Frauenhaus-Trägervereins. Beide wollen überdies ausloten, ob Anette Isabo für Bewohner des Frauenhauses kunsttherapeutische Kurse anbieten kann. 

Mit einer besonderen Versteigerungs-Aktion hochkarätiger Gins im Internet erlöste die Black Forest Boar Distillery aus dem Renchtal im Advent eine stattliche Summe. Das Geld kommt jetzt drei Vereinen zugute, die es wahrlich brauchen können.

Die noch junge Geschichte liest sich wie ein Märchen: Drei junge Männer – Torsten Boschert, Markus Keßler und Hannes Schmidt – schicken sich 2014 an, selbst Gin zu brennen. Obwohl eigentlich nur Markus Kessler davon Ahnung hat. Das gelingt ihnen ganz ordentlich, aber das gewisse Etwas fehlt noch, fnden sie. Da kamen die Trüffel ins Spiel, die übrigens auch in Baden zu finden sind. Zusammen mit dem Destillat kreierten die drei mit der wertvollen Knolle ein Getränk, dass sie Boar Gin tauften und das seither deutschland-, ja weltweit Preise im Dutzend abräumt.

Für den guten Zweck

Dass die drei sich nicht nur aufs Brennen, sondern auch aufs Marketing verstehen, zeigten sie mit der Umsetzung einer Idee vor Weihnachten. Sie versteigerten an den 24 Kalendertürchentagen exakt  24 Flaschen des ausverkauften Boar Gin »Edition Royal«. Es handelt sich um 24 von insgesamt 999 durchnummerierten Flaschen, die übrigens innerhalb vier Stunden verkauft waren, und die auch im Netz sehr gut nachgefragt wurden. Angeboten wurden die Flaschen mit den Schnapszahlen. 3654 Euro erlöste die Auktion, bis zur nächsten Schnapszahl 4444,44 Euro rundeten die Boas-Brenner großzügig auf. Das große Interessse an der Versteigerung ist umso erfreulicher, da diese Aktion von vornherein für einen guten Zweck bestimmt war. 

Nutznießer der groß angelegten Versteigerungs-Aktion war einmal die jährliche Weihnachtsaktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse, die diesmal für ein dringend benötigtes zweites Frauenhaus in der Ortenau sammelte. Außerdem der Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg e.V und der Asha-Verein, der in Nepal eine Schule unterstützt. 

Bei der Spendenübergabe in den Räumen der Distillery in Bad Peterstal Griesbach zeigten sich die Vertreter der bedachten Vereine hocherfreut über die zustande gekommene Summe.

330 Schwimmer springen für „Leser helfen“ ins kalte Wasser

330 hartgesottene Schwimmer und vier Hunde stürzten sich am Sonntag beim 18. Neujahrs schwimmen in der »World of Living« von WeberHaus in Linx in den Erlenparksee. Mit der traditionellen Abschlussaktion wurde das »Leser-Helfen«-Konto der Mittelbadischen Presse um weitere 8500 Euro aufgefüllt und steht jetzt bei 179 282 Euro.

Bereits zum 32. Mal organisierte Hans-Dieter Rahner das nasskalte Spektakel und seit 2005 fließt der Erlös der Aktion »Leser helfen« zu. Die 8 Grad Celsius Außentemperatur waren zwar leidlich angenehm, das Wasser mit drei Grad allerdings sehr frisch. »Bei Minusgraden kommt einem das Wasser angenehm vor«, erklärte Matthias Lang vom DLRG Bühl/Bühlertal, die das Neujahrsschwimmen schon seit 27 Jahren betreuen. Sie waren wieder mit acht Personen vor Ort, hatten aber noch nie ernsthafte Probleme. Als Tipp gab er »Augen zu und durch«. 

Kalte Fluten

Der erste und älteste Teilnehmer, der sich in die kalten Fluten stürzte und die Boje umkreiste, war der 87-jährige Wilhelm Beiser aus Schutterwald, der zum fünften Mal dabei war. Bei den weiteren Einzelschwimmern waren auch Rita Dalgauer, die schon das 15. Mal dabei ist und schon einen Neujahrsschwimmen-Bademantel bekommen hat (beim 12. Mal) und Petra Urban, die es schon bis zum Handtuch geschafft hat, aus Freistett dabei. »Das wird nicht kalt, das ist reine Kopfsache, nach dem ersten Mal ist man danach süchtig«, erklärte sie verschmitzt. 

Als Höhepunkt folgten die Gruppen, von denen die stärkste wieder Firma Falk aus Ottersweier mit 45 Schwimmern bildete. Sie durfte bereits das zweite Mal in Folge den Wanderpokal mit nach Hause nehmen. Ihnen folgten »Los Frostos« aus Sasbach (29 Schwimmer), »KSC-Fans helfen« ebenfalls aus Sasbach (21), das Survival-Team aus Bühl (20), die Bundespolizei mit dem Technischen Hilfswerk aus dem Raum Kehl (17), die Landjugend aus Gamshurst (16), RSV Staubwolke aus Oberkirch-Haslach (15), Schmotzmolch (11 und vier Hunde), das Sportstudio-Revival von Hans-Dieter Rahner aus Helmlingen (neun) sowie Angies Tauchoase aus Bohlsbach (sechs).

Jeder Schwimmer zählt

WeberHaus spendete wieder pro Schwimmer, zu denen auch vier Hunde zählten, zehn Euro, was 3300 Euro ergab. Dazu kamen die Eintrittsgelder von 3270 Euro und der Gastgeber rundete großzügig auf 7.000 Euro für »Leser helfen« auf. Das tolle Ergebnis toppte Fliesen-Falk mit einer weiteren Spende von 1500 Euro auf 8500 Euro. 

»Wir sagen Danke an die Schwimmer, Zuschauer und Moderator Andi Huppertz von Hitradio Ohr, der als 330. Schwimmer den Abschluss machte«, freute sich Centermanager Hardy Rose über das tolle Ergebnis, der aufgrund des Regens bis 13 Uhr nicht mit so vielen Schwimmern und Besuchern gerechnet hat. 

Krönender Abschluss

»Das war ein krönender Abschluss für die »Leser-helfen-Aktion. Das Frauenhaus in Offenburg freut sich riesig, dass wir mit diesem großen Betrag das neue Frauenhaus wirklich gut einrichten können«, dankten Inge Vogt-Goergens und Monika Strauch aus dem Vorstand von »Frauen helfen Frauen Ortenau« in Offenburg allen Schwimmern und Spendern. Diesen Worten schloss sich Wolfgang Kollmer, der Redaktionsleiter der Mittelbadischen Presse und Vorsitzender von »Leser helfen« an: »Tolle Sache, tolle Leistung, das Frauenhaus kann wirklich jeden Cent gebrauchen – nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft.«

Eiskalter Start ins neue Jahr

Neujahrsschwimmen in der World of Living, 13. Januar 2019
Springen auch Sie am 13. Januar 2019 für den guten Zweck in den eiskalten See der World of Living.

Mittlerweile hat sich wohl herumgesprochen, dass das Neujahrsschwimmen in der World of Living zu den „coolsten“ Veranstaltungen dieser Art in Deutschland zählt.
Der Eintritt wird am Eingang der World of Living bezahlt.
Aktive Schwimmer erhalten das Eintrittsgeld auf Wunsch
nach der Anmeldung am Empfang der World of Living
zurück. Hierzu bitte den Ball mit der Startnummer vorlegen.
Erwachsene zahlen 6€, Jugendliche bis 17 Jahre bezahlen 3€
Kinder bis 11 Jahre haben freien Zutritt.
Die Anmeldung ist vor Ort von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr
möglich. Aus organisatorischen Gründen bitte rechtzeitig anmelden.
Ab 14.15 Uhr stellen sich die Teilnehmer zum Start auf.
Der Startschuss erfolgt pünktlich um 14.30 Uhr.
Die ganz Eiligen starten zuerstin der Gruppe „Brisant.
Dort finden sich vorwiegend Teilnehmer mit einer weiten Anreise ein.
Danach starten die Einzelschwimmer aufgeteilt in Gruppen zu
je 20-25 Schwimmern. Im Anschluss werden die Mannschaften aufgerufen.

Die Badedauer beträgt bei Umschwimmen der Boje (keine
Pflicht) ca. 1 Minute. Die Boje wird aus Sicherheitsgründen immer von der rechten Seite angeschwommen.Für die Sicherheit sorgt wie immer
das DLRG Bühl. Um 16.00 Uhr beginnt im Saal Kolumbus die Preisverleihung.

So funktioniert das Frauenhauslädele

Bereits mehr als 165.000 Euro befinden sich im Spendentopf der »Leser helfen«-Aktion zugunsten des Vereins »Frauen helfen Frauen«. Vier Ehrenamtliche berichten nun über ihre Arbeit im Frauenhaus-Lädele. Dort werden vor allem auch Sachspenden benötigt.

Offenburg, Ortenbergerstr. 2, Frauen helfen Frauen e.V. /Leser helfen Gespräch mit Ehrenamtlichen,Miriam sanner,Judith Sieferle, Evelyn Krümmel, Karin treeck

Seit der Gründung (1983) ist der Verein »Frauen helfen Frauen« auf Spenden angewiesen. Schon das kleine Startkapital kam von Privatspendern, ab dann »mussten wir einen bestimmten Eigenmittelbetrag finanzieren«, erklärt Evelyn Krümmel, langjährige Geschäftsführerin des Vereins und heute Vorstandsmitglied. Die Runde am Tisch mit Judith Sieferle, Karin Treeck und Miriam Sanner kommt ein bisschen ins Nachdenken. Der ein oder andere Seufzer wird nachgeschoben, »ja, das ist eine ständige Herausforderung bis heute geblieben«. Aber man hat auch längst gehandelt: Mit einem Frauenhaus-Lädele und einem halbjährlichen großen Bücher-Flohmarkt. 

Die Erlöse fließen eins zu eins in die Arbeit des Vereins. Dann aber müssen die engagierten Frauen doch lachen. »Weißt du noch, wie wir mit dem Lädele auf dem Ihlenfeld-Areal begonnen haben? Nach einem Aufruf brachten sofort viele Menschen ihre kleinen und großen Dinge zu uns.« Der Frauen-Service-Club »Inner Wheel« spendete damals Kaffee und Kuchen, und los ging die Auktion. Lampen, Geschirr, Bilder, Deko-Sachen, Haushaltsgegenstände, Elektroartikel und Spielzeug fanden Absatz. Aus Nachlässen, Umzügen, Haushaltsverkleinerungen kamen die originellsten Dinge. 

Was im Frauenhaus-Lädele als Ladenhüter hängenblieb, das wurde schon recht früh über E-Bay angeboten. Kleider werden nicht verkauft. Dafür müsste man Umkleidekabinen installieren – zu umständlich. Heute ist das Frauenhaus-Lädele eine feste Einrichtung und mitten in der Stadt angesiedelt. In der Spitalstraße 7/Ecke Gerberstraße locken hübsch dekorierte Schaufenster in den hellen Verkaufsraum. Drinnen ist, genau wie bei einem gewerblichen Laden, die Ware schön vorsortiert. 

»Wir brauchen noch einen Kartoffelstampfer« überlegt Karin Treeck unvermittelt im Geschichten-Erzählen. Der fehle, ein Kunde habe nachgefragt. Andere Dinge, die nur das Lädele hat, liegen dafür in vielfacher Auswahl und zu annehmbaren Preisen in den Regalen. Zum Beispiel ein echter Keramik-Kaffee-Filter neben der Tischdecke samt Servietten für die Kaffee-Tafel. »Na, sowas gibt es nicht mal in Berlin«, machte einmal ein älterer Herr dem Lädele ein charmantes Kompliment. 

Tatsächlich hätten sich lange Zeit keine Männer reingetraut, erzählt Karin Treeck, weil auf dem Schild »Frauenhaus« stand. Sie ist so etwas wie die Laden-Chefin, achtet sehr auf Qualität der Ware, nimmt keinen Ramsch. Sie arbeitet ehrenamtlich wie ihre rund 30 Kolleginnen, die sich in Schichten abwechseln. 

Funktionen des Lädele

Evelyn Krümmel erklärt die vielfältigen Aspekte der Funktion vom Lädele kurz und knapp: »Hier bringen sich ehrenamtlich tätige Frauen ein, die das Ziel haben, die Arbeit des Vereins Frauen helfen Frauen zu unterstützen. Für Frauen, die häusliche Gewalt erlebt haben, ist das Lädele eine kleine Brücke, um später die Fachberatung aufzusuchen.« 

»Informationen werden verteilt, die Kontaktaufnahme ist niederschwellig«, ergänzt Judith Sieferle, Vorstandsmitglied des Vereins. »Dieser Laden ist ein kleines Gegengewicht zur Wegwerfgesellschaft«, fährt Krümmel fort. Er ist zudem zur Kontaktstelle für viele Menschen geworden, die einsam sind. »Da kommen unsere Stammkunden vorbei und schnacken ein bisschen.« Und letztlich, »für Leute, die nicht viel Geld in der Tasche haben, ist es hier möglich, etwa ein Geschenk oder eine Grundausstattung für Küche, Bad und Wohn- und Kinderzimmer zu erstehen«. Viele Studenten würden das nutzen. 

Der Umsatz ist in den letzten Jahren gestiegen, meldet Karin Treeck. Die Einnahmen bedeuten eine verlässliche Größe im Etatplan des Vereins. Was man hier nicht kaufen kann, ist die Freundlichkeit der Verkäuferinnen, die im Übrigen weder Lohn noch Aufwandsentschädigung erhalten. Zuwendung gibt es immer gratis für alle Kunden, verbunden mit Herzlichkeit und Freude. »Gut, dass es das Frauenhaus-Lädele gibt«, diesen Satz hört man dort fast täglich. Von Menschen, die günstig einkaufen müssen, von Leuten, die getröstet nach Hause gehen. Von allen Spendern, die froh und glücklich sind, dass etwa Omas zart-geblümtem Kaffee-Service ein zweites Leben geschenkt wird. 

Silvesterlauf für »Leser helfen« des SC Durbachtal

Der SC Durbachtal läd zum traditionellen Silvesterlauf
Anmeldung und weitere Auskünfte:
E-Mail an silvesterlauf@scdurbachtal.de

Start ist am Montag, 31. Dezember, um 11 Uhr in Ebersweier, Halle am Durbach. Kurzentschlossene können auch ohne vorherige Anmeldung teilnehmen.
Nach der Fusion lädt nun der SC Durbachtal zum traditionellen Silvesterlauf ein: Zum 21. Mal wird der Lauf organisiert, um mit den Startgeldern Gutes zu tun. Die Spende geht an »Leser helfen«.

Unterwegs für den guten Zweck: Unter dem Motto »Fit und aktiv ins Jahr 2019« veranstaltet der SC Durbachtal den 21. Silvesterlauf. Ob Walker, Nordic-Walker oder Läufer – alle sind willkommen. Je nach Leistungsvermögen stehen vier verschiedene Wegstrecken mit vier, sechs, sieben und zehn Kilometern zur Verfügung.

Letztere ist neu: In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal eine Zehn-Kilometer-Strecke, bei der auch einige Höhenmeter zu bewältigen sind.

Auf eine Zeitnahme wird beim Silvesterlauf verzichtet, denn Spaß und Freude sollen im Vordergrund stehen. Der SC Durbachtal als Veranstalter möchte auch in diesem Jahr die OT-Aktion »Leser helfen« unterstützen. Das Startgeld von 5 Euro je Teilnehmer kommt komplett der Spendenaktion des Offenburger Tageblatts zugute. In diesem Jahr geht die Spende an das Frauenhaus in Offenburg: Damit soll ein dringend benötigtes zweites Frauenhaus finanziert werden. Es wird so dringend benötigt, weil der Verein mittlerweile 150 Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, nicht aufnehmen kann. Betroffen sind in den meisten Fällen auch Kinder, die unter der Situation besonders leiden.

Die Anfangsinvestition muss der Verein »Frauen helfen Frauen« zu 100 Prozent selbst stemmen. Dafür werden mindestens 150 000 Euro gebraucht – es geht um 20 Zimmer plus Küchen und Büros.

Jeder Teilnehmer erhält beim Eintreffen im Ziel ein Glas »Riesecco«, gestiftet von der Durbacher Winzergenossenschaft. Außerdem gibt es Neujahrsbrezeln.

Verfolgt und belästigt: Stalking-Vorfälle im Frauenhaus

20. Dezember 2018 Verknüpfte Artikel ansehen Zusatzinhalte nur mit verfügbar – jetzt informieren

Wie ein – oft unsichtbarer – Schatten verfolgen Stalker ihre Opfer. Im Ortenauer Frauenhaus sind bedrückende Geschichten zu diesem Thema zu hören.

Wie ein – oft unsichtbarer – Schatten verfolgen Stalker ihre Opfer. Im Ortenauer Frauenhaus sind bedrückende Geschichten zu diesem Thema zu hören. ©dpa

Wie dringend der Verein »Frauen helfen Frauen Ortenau« Spenden für ihr großes Erweiterungsprojekt gebrauchen kann, zeigt die Geschichte dieser 55-jährigen Frau. Von ihrem »Ex« wurde sie verfolgt, belästigt, zermürbt. Deshalb ist es fantastisch, dass bis dato 112.000 Euro an Spenden eingegangen sind. Benötigt werden jetzt noch 40.000 Euro.

Die leitende Angestellte, 55 Jahre alt, erfolgreich und anerkannt im Beruf,  zuhause aber – eine ganz arme Frau. Jede Nacht, tagsüber stündlich, egal, wo sie ist, klingelt das Telefon, ist ihr Mail-Account gefüllt. Mit Hasstiraden, Beleidigungen oder Drohungen. 

Sie hat es mit einem Stalker zu tun. Sie kennt ihn, es ist ihr Expartner. Bevor sie aus dem Büro zum Auto geht, sieht sie sich um. Steht er irgendwo?  Fährt er ihr nach? Es gab einen Fall, wo eine Frau von einem Stalker auf der Autobahn abgedrängt wurde. »Wenn ich jetzt das Licht in der Wohnung anmache, weiß ich, dass er unten steht und mich die ganze Nacht beobachtet.« 

Immer wieder Stalking

Was die 55-jährige Frau erlebt, ja erleidet, ist einer von unzähligen typischen Fällen von Stalking, erklären die Mitarbeiterinnen des Vereins Frauen helfen Frauen. »Kein Krimi hat so viel Fantasie wie die Realität«, beobachtet Gertrud Rose, seit vielen Jahren Fachberaterin der Beratungsstelle des Vereins Frauen helfen Frauen. »Im Rahmen der häuslichen Gewalt taucht immer wieder Stalking auf«, bestätigt ihre Kollegin, Fachberaterin Anna Staiger. 

Das beginne meist schleichend, so ihre Erfahrung. Er möchte ein Gespräch, beschwört nach der Trennung die alten Zeiten. Wenn sie aber wirklich nicht mehr will, dann folge eine Steigerung des Bedrängens bis zur allgegenwärtigen Überwachung und Belästigung. Das mache den Frauen wirklich Angst. War er in der Wohnung, wieso liegt da etwas auf meinem Bett? Hat er die Schlüssel nachmachen lassen. Wird er mir etwas antun?  Sie wird zunehmend panisch, leidet und fühlt sich nahezu hilflos ausgeliefert.
Selbst wenn es eine betroffene Frau polizeilich oder anwaltlich schafft, ein Kontakt- und Annäherungsverbot zu erwirken, macht der Verfolger weiter. Er fühlt sich beachtet. »Stalker deuten die Signale ihrer Verfolgten zu eigenen Gunsten um«, so Anna Staiger. In heutigen Zeiten nimmt Stalking noch ganz andere Formen an, das Internet habe ungeahnte Möglichkeiten für Cyberstalking eröffnet. 

Eigene Medien schützen

Alisa Mielke, Frauenhaus-Praktikantin der Evangelischen Hochschule Freiburg, erklärt das. »Ein Stalker, der Ex-Partner war, hat heimlich intime Fotos gemacht. Nun droht er mit der Veröffentlichung dieser Bilder.« Sie rät daher dringend, die eigenen Medien mit geänderten Passwörtern zu schützen. Ein Stalker aber findet alles. Denn sein Verhalten ist eine krankhafte Obsession von Macht und Kontrollzwang. »Dabei übertritt er sämtliche Persönlichkeitsrechte«, so Staiger.

Ganz schrecklich wird es, wenn Kinder in die Jagd auf Kontakte einbezogen werden. Manche Männer lauern den Kleinen vor dem Kindergarten oder auf Spielplätzen auf, versuchen, die größeren Kinder auszuhorchen. »Wo war die Mama denn gestern?«

»Wir beraten, wie sich Frauen verhalten sollen«, so Staiger und Rose. Auf keinen Fall sollten sie auf eine letzte Aussprache eingehen. Das sei nicht nur gefährlich, sondern treibe das Aufschaukeln weiter. Frauen müssen aus der Opferrolle herausfinden können, lernen, Grenzen zu setzen, wird unter anderem in den Beratungsgesprächen  vermittelt. 

Ende Oktober waren bereits 409 Kinder mitbetroffen bei den 309 Neufällen von häuslicher Gewalt, so die Statistik der Fachberatungsstelle »Frauen helfen Frauen Ortenau«.  Darunter war ein hoher Anteil von Stalking-Vorfällen. Stalking ist ein Straftatbestand.

Erlacher Autorin Martha Spraul unterstützt »Leser helfen«

18. Dezember 2018 Zusatzinhalte nur mit verfügbar – jetzt informieren

Martha Spraul präsentiert ihren Gedichtband. ©Herbert König

Im Herbst veröffentlichte Martha Spraul im Eigenverlag ihren zweiten, selbst verfassten und handgeschriebenen Gedichtband »Aus der Vielfalt des Lebens«. Mit dem Verkauf des Bandes unterstützt sie jetzt auch die Aktion „Leser helfen“. 

»Wie auch von meinem ersten Band möchte ich von jedem verkauften Exemplar einen Euro als Spende abgeben«, so die Autorin. Und zwar von jenen Einnahmen, die sie im Zeitraum der Aktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse tätigt. Auch die oft gegebene Aufstockung des Verkaufspreises von 14 Euro möchte sie an »Leser helfen« weiterleiten.

Themenauswahl

In ihrem Gedichtband schrieb Spraul nieder, was das Leben an Eindrücken, Erlebnissen, Anlässen und Gefühlen so alles bietet. Die Themenauswahl des 84-seitigen Werks reicht von der Geburt bis zu Tod und greift vieles, das dazwischen liegt, auf: Geburtstage, die Goldene Hochzeit, Weihnachten oder die Jahreszeiten. Mal sind die Gedichte zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken. Dazu gibt es bunte Bilder. 

Erhältlich ist der Gedichtband »Aus der Vielfalt des Lebens« unter anderem in den Ortsverwaltungen Ulm und Erlach sowie im Bürgerbüro der Stadt Renchen.

Spenden für »Leser helfen«

Frauenhaus Ortenau auf Spenden von „Leser helfen“ angewiesen

Autor:  Ursula Groß Lesezeit 3 MinutenJetzt Artikel teilen:

15. Dezember 2018

Inge Vogt-Goergens. ©Ulrich Marx

Sie ist eine Frau der ersten Stunde. Aus kleinsten Anfängen heraus und gegen viele Widerstände haben Inge Vogt-Goergens und ihre Mitstreiterinnen einen Schutzraum geschaffen, der für viele misshandelte Frauen die Rettung war und ist. Allerdings muss das Frauenhaus dringend vergrößert werden. Deshalb bittet »Leser helfen« um Spenden.

Inge Vogt-Goergens (62) ist ein wohlbekanntes Gesicht des Vereins »Frauen helfen Frauen«. Sie ist Gründungsmitglied, und in all den Jahren – seit 1982 – mit Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit in Stadt und Land unterwegs. 

Die Spenden-Aktion »Leser helfen« unserer Zeitung empfindet die Ehrenamtliche in zweifacher Hinsicht als ein wunderbares Projekt der Hilfe. Zum einen, weil das Problem der häuslichen Gewalt damit in den Blickpunkt gerückt wird. Denn »was hinter der Wohnungstür vor sich geht, ist Privatsache«, sei allzu lange öffentliche Meinung gewesen. Zum anderen: Seit es das Frauenhaus gibt, war seine Finanzierung eines der Grundprobleme.

200 Fördermitglieder

Denn immer noch muss der Verein 40 Prozent der Kosten selbst finanzieren. Etwa 200 Fördermitglieder bezahlen 36 Euro Jahresbeitrag. »Spenderinnen und Spender ermöglichen damit unsere Arbeit«, so Vogt-Goergens. Erlöse erwirtschaften zudem das Frauenhaus-Lädele und der Bücher-Flohmarkt. Doch »wenn wir nicht auf die Aktion der Mittelbadischen Presse setzen könnten, wüssten wir nicht, wie wir die Einrichtung von insgesamt 20 Plätzen stemmen könnten«. 20 zusätzliche Plätze sollen in einem zweiten Frauenhaus bereitgestellt werden.

Pro Jahr müssen bis zu 150 hilfesuchende Frauen, meist mit Kindern, abgewiesen werden, weil das bestehende Frauenhaus permanent voll belegt ist. Gerade die Kinder lägen ihr am Herzen, sagt Inge Vogt-Goergens. »Wir haben rasch bemerkt, wie sehr sie unter häuslicher Gewalt leiden.« Dass sie ängstlich und unruhig werden. Damit die Kleinen zur Ruhe kommen, wäre zum Beispiel ein eigener Spielraum sehr schön.

Erste Wohnung 1983

Inge Vogt-Goergens sieht ihre ehrenamtliche Arbeit als Notwendigkeit, aber auch als bereichernde Erfahrung. »Wenn man über Jahre sehen konnte, dass die betroffenen Frauen wieder im Leben stehen, dass ›Frauen helfen Frauen‹ inzwischen Akzeptanz genieße, ist das schön.« »In unserer Gründer-Gruppe waren eine Hebamme und Erzieherinnen, erinnert sie sich, die selbst viele Jahre als Diplom-Sozialarbeiterin im Klinikum beschäftigt war. »Wir wussten um häusliche Gewalt.« Gegen alle Zweifel, Anfeindungen, Unverständnis und Verdrängen, gründeten 20 Frauen im 1982 den Verein »Frauen helfen Frauen«. 

1983 wurde eine Wohnung gefunden, sie war vom ersten Tag an belegt. Da mussten zum Teil sehr schwierige Situationen bewältigt werden, blickt Vogt-Goergens zurück. 2000 entstand das Modellprojekt »Platzverweis«, seit 2002 gibt es das Gewaltschutzgesetz. »Das war ein Paradigmenwechsel, häusliche Gewalt war von nun an keine Privatsache mehr, sondern eine Rechtsverletzung.« 

Auch Frauen mit Behinderung betroffen

Seit 2015 existiert das Frauenhaus-Büro mit zwei Beratungsstellen. Ein Problem kommt erst am Ende des Gesprächs zum Vorschein. »Wir müssen einige Zimmer langfristig behindertengerecht einrichten.« »Ja, es gibt diese Gewalt an behinderten Frauen. Wir haben von Frauen-Schicksalen erfahren, die man sich kaum vorstellen kann.« Bisher könne man wegen Raumnot keine behinderten Frauen aufnehmen, das soll mit zusätzlichen Plätzen ändern. Auch für deren Einrichtung bittet der Verein um die Spenden unserer Leser.

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100.000-Euro-Marke ist in Sichtweite

Dossier: Leser helfen 2018/19

Deshalb werden Spenden für „Leser helfen“ dringend benötigt

Autor:  Unsere Redaktion

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13. Dezember 2018 

Die Hornbläser der Offenburger Musikschule haben unter Leitung von Heiko Mazurek am Dienstagabend auf dem Weihnachtsmarkt in Offenburg gespielt. Verdienter Lohn waren 131,20 Euro, die viele Zuhörer in den Spendenwürfel für die Benefizaktion »Leser helfen« gesteckt haben. Natürlich gab es neben großem Applaus für die jungen Musiker auch zwei Zugaben. ©Christoph Breithaupt

Der Spendenzug rollt. Und wie! Derzeit kommen täglich rund 50 neue Spender hinzu, darunter viele Vereine, Firmen und Initiativen, die teilweise seit vielen Jahren bei »Leser helfen« mitmachen. Mit aktuell 90 622 Euro ist die sechsstellige Schallmauer in Sicht. Nutznießer ist das Ortenauer Frauenhaus, das dringend erweitert werden muss.

Es ist diese breite Basis, welche die Benefizaktion unserer Zeitung seit vielen Jahren trägt. So haben wir bis dato über 800 Spender registriert – zwischen 5 und 10 000 Euro. Und die Benefizaktion der Mittelbadischen Presse läuft ja noch bis Dreikönig. Traditioneller Schlusspunkt ist bekanntlich das Neujahrsschwimmen in der World of Living von Weber Haus in Linx.

Auch die mittlerweile 22. »Leser helfen«-Aktion kann sich auf viele treue Spender, deren Namen seit vielen Jahren auftauchen, verlassen. Dazu gehören auch immer wieder Initiativen von Vereinen und Gruppierungen oder Firmen. Ob das die Kolpingfamilie in Achern ist oder die Strohschuhgruppe von Elgersweier, Naturkost Schneider in Appenweier oder der Raupenbetrieb Hermann Neumaier in Mühlenbach.

Noch dreieinhalb Wochen

Noch dreieinhalb Wochen bleiben Zeit, um das ehrgeizige Ziel der diesjährigen Aktion zu erreichen: 150 000 Euro, die dem Verein »Frauen helfen Frauen Ortenau e.V.« zugute kommen. Als Träger will der Verein, in dem die Verantwortlichen so gut wie alle ehrenamtlich tätig sind, mit dem Geld die Einrichtung für ein dringend benötigtes zweites Frauenhaus finanzieren. Es wird so dringend benötigt, weil der Verein mittlerweile 150 (!) Frauen, die vor häuslicher Gewalt fließen, nicht aufnehmen kann. Betroffen sind in den meisten Fällen auch Kinder. »Da erleben wir oft herzzerreißende Szenen«, berichtet Monika Strauch, Geschäftsführerin Vorstand des Trägervereins.


Benötigt wird das Geld für die Einrichtung von 20 Zimmern, für Küchen, Spielgeräte, Aufenthaltszimmer und Büros. Ganz wichtig sind auch zwei Fahrzeuge, darunter ein Neunsitzerbus. 

Hohe Investition

Den Betrieb auch des neuen Frauenhauses wird der Ortenaukreis zum größten Teil finanziell stemmen, der dafür auch bereits eine Zusage gegeben hat.

Die Anfangsinvestition aber muss der Verein »Frauen helfen Frauen« zu 100 Prozent selbst stemmen. Und dafür werden die 150 000 Euro gebraucht. Wobei diese Summe nicht ausreichen würde, um alle benötigten Einrichtungsgegenstände zu finanzieren. Immerhin geht es um 20 Zimmer plus Küchen und Büros.

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„Leser helfen“-AktionDossier: Leser helfen 2018/19

WTO spendet 10.000 Euro für ein zweites Frauenhaus

Autor:  Thomas Reizel Lesezeit 2 Minuten

11. Dezember 2018

Große Spende der WTO (Werner Tschiggfrei Ohlsbach) für »Leser helfen« (von links): Werner und Hannelore Tschiggfrei, Annemone Fander und Sascha Tschiggfrei übergaben OT-Redakteur Thomas Reizel symbolisch einen Scheck.

Große Spende der WTO (Werner Tschiggfrei Ohlsbach) für »Leser helfen« (von links): Werner und Hannelore Tschiggfrei, Annemone Fander und Sascha Tschiggfrei übergaben OT-Redakteur Thomas Reizel symbolisch einen Scheck. ©Wolfgang Zimmermann

Die Ohlsbacher Firma WTO (Werner Tschiggfrei Ohlsbach) hat die »Leser helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse mit einer Spende in Höhe von 10 000 Euro bedacht. OT-Redakteur Thomas Reizel nahm den symbolischen Scheck entgegen.

Seit einigen Jahren beteiligt sich die Ohlsbacher Firma WTO mit großzügigen Spenden für die »Leser helfen«-Aktionen. In diesem Jahr sind es sage und schreibe 10 000 Euro, die noch am Tag der symbolischen Scheckübergabe überwiesen waren. »Ich bin zwar selbst Gott sei Dank nie betroffen gewesen und habe nie schlechte Erfahrungen gemacht, aber das Frauenhaus liegt mir am Herzen«, sagte Seniorchefin Hannelore Tschiggfrei bei der Scheckübergabe am Donnerstag in Ohlsbach. Seit Jahren unterstützt sie den Verein »Frauen helfen Frauen« auch mit privaten Mitteln.

Ihr Mann Werner sieht ebenfalls dringenden Unterstützungsbedarf: »Immer wieder liest man von häuslicher Gewalt. Das Frauenhaus ist eine sehr soziale Einrichtung, die hier hilft.« Dass der Platz in Offenburg nicht mehr ausreicht, sei einerseits bedrückend, anderseits vor diesem Hintergrund schön, dass es noch jemanden gibt, der hilft. Die »Leser helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse hofft auf 150 000 Euro, um unter anderem die Einrichtung erweitern zu können.

Pionier in der Branche

WTO ist der Pionier und Weltmarktführer im Bereich der Präzisionswerkzeughalter für CNC Drehzentren. Das global agierende Familienunternehmen betreibt eigene Vertriebs-und Service-Niederlassungen in den USA und China. Unter Einsatz modernster IT, CNC und Industrie 4.0 Technologien entwickelt und fertigt WTO alle seine innovativen Produkte mit 275 Mitarbeitern am Standort Ohlsbach.

Das Unternehmen setzt seit 1999 auf die eigene Ausbildung. Als Beispiel verweist es auf das aktuelle »Jugend forscht«-Projekt: »Clevere Unterstützung durch Roboter«, an welchem Tino Möschle, Auszubildender bei WTO, teilnimmt.- Anzeige –

Die Firma unterstützt das Projekt auch mit der Anschaffung einer eigenen Roboterzelle. Von den elf Auszubildenden, die in diesem Jahr starten, erlernen zehn den Beruf des Industriemechanikers und einer den Beruf des Technischen Produktdesigners. Bei WTO wird die Internationalität eines Weltmarktführers mit einem familiären Betriebsklima gelebt. So ließ es sich Firmengründer Werner Tschiggfrei nicht nehmen, den Auszubildenden Arbeits-Shirts, die mit ihren Namen bestickt sind, als Geschenk zu übergeben.

Fast 40 Azubis bei WTO

Derzeit lernen 38 junge Menschen Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Technischer Produktdesigner, und Maschinenbau-Studium/Duale Hochschule (alle m/w). Die Ausbildungsquote liegt mit 14 Prozent überdurchschnittlich hoch. In der Ortenau beträgt sie 5,1 Prozent, in Deutschland 4,4 Prozent. Alle 60 Azubis, die eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hatten, wurden in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.

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Brief als Dankeschön Dossier: Leser helfen 2018/19

Eine Frau berichtet, wie sie im Frauenhaus Zuflucht fand

Autor:  Ursula Groß Lesezeit 4 MinutenJetzt Artikel teilen:

08. Dezember 2018

Milena* hat nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im Frauenhaus Ortenau Dank der Unterstützung wieder in ein geregeltes Leben zurückkehren.

Milena* hat nach einem mehrmonatigen Aufenthalt im Frauenhaus Ortenau Dank der Unterstützung wieder in ein geregeltes Leben zurückkehren. ©Ulrich Marx

Frauen, die Zuflucht im Frauenhaus gefunden haben, zeigen ihre Dankbarkeit oft mit Briefen. Sie machen den zahllosen anderen Hilfesuchenden Mut. Für die Aktion »Leser helfen« schildert Milena*, wie ihr der Verein Frauen helfen Frauen wieder auf die Beine geholfen hat. Für ein zweites Frauenhaus werden 150 000 Euro benötigt.

Manchmal gibt es Freude und Glück im Frauenhaus Ortenau. Ein besonderes Kapitel im Buch des Vereins Frauen helfen Frauen hat den Titel »Danke«. Viele Ehemalige kommen zurück, um  sich ehrenamtlich an ganz unterschiedlichen Aufgaben im Verein einzubringen. Wenn es finanziell möglich ist, dann werden sie Fördermitglieder. 

»Wenn eine Frau nicht den Jahresbeitrag von 36 Euro zahlen kann, dann zahlt sie einfach so viel, wie sie in der Lage ist. Jeder kleine Betrag hilft uns«, sagt Monika Strauch, Geschäftsführerin des Vereins. Was wirklich zu Herzen geht, sind die Briefe, Mails oder die Kleinigkeiten, die die Frauen vorbeibringen. Oft auch nur eine Tafel Schokolade, ein Stück Kuchen oder eine nette Bastelarbeit. Das zeigt auch, wie fest sie wieder im Leben stehen. Dass sie durch die Zeit im Frauenhaus Ortenau an Leib und Seele heil geworden sind,  ein Stück Vertrauen und Zuneigung zurückgeben können. 

»Ich verlasse das Frauenhaus mit meinem wahren Ich … ich bin selber überrascht, was ich hier alles geschafft habe und was ich für mich jetzt mitnehmen kann.« Dieser Brief (Foto) stammt von Milena* und ist an die Frauen gerichtet, die nach einer Zuflucht im Frauenhaus suchen müssen. Der Brief mit den zwei Herzen hängt eingerahmt an der Wand. 

Für Milena gab es diese glückliche Wendung. Nach dem mehrmonatigen Aufenthalt im Frauenhaus Ortenau konnte sie eine Wohnung finden, ihre Berufsausbildung wieder aufnehmen und ohne Angst mit ihren beiden Kindern leben. »Ich gehe wegen der Kinder ins Frauenhaus«, hatte sie damals bei der Aufnahme erklärt. »Die beiden Kleinen bekommen ja alles mit. Nachts, wenn es losgeht mit den Schlägen, wenn ich vor Schmerz schreien muss. Dann liegen sie in ihren Bettchen und weinen«. 

Kinder sind verunsichert

Wie soll eine Mutter ihren Kindern erklären, warum der Papa sie auf den Boden wirft, ihr die Haare büschelweise ausreißt? Das immer und immer wieder. Man kann ihnen zwar sagen, dass Mama und Papa auch mal streiten, aber warum geht die Mama mit uns von zu Hause weg? Kinder haben einen Loyalitätskonflikt gegenüber ihren Eltern, wissen die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses. Sie sind zutiefst verunsichert. 

Milena schilderte zwei Schlüssel-Situationen, die sie letztlich bestärkten, »die Kinder und ich müssen hier raus«.  Ihr Ehemann hatte sie gestoßen, Milena fiel auf das Kind. Ein anderes Mal hatte sie »unerlaubt« Geld für den Kindergartenausflug ausgeliehen. Schon längst hatte sie keinen Cent mehr, weder Ausweis, Kreditkarte noch Handy in der Tasche. »Das alles hatte er mir weggenommen«. Als er das Ausleihen bemerkte, wendete er Gewalt an. »Ich wurde verprügelt und das richtig, die Kinder haben es mit ansehen müssen«. Die kleine Familie war zu diesem Zeitpunkt in den Ortenaukreis umgezogen. Eltern, Freunde, Verwandte wohnten weit entfernt. 

Der Fall »Milena« ist im Verein Frauen helfen Frauen leider exemplarisch für unzählige Schicksale. In Baden-Württemberg kam es 2017  zu 27 Tötungsdelikten durch häusliche Gewalt (23 Frauen, vier Männer). In 12 016 Fällen kamen Verletzungen vor, die Opfer häuslicher Gewalt wurden vergewaltigt oder gegen ihren Willen festgehalten (9 966 Frauen und 2 050 Männer). Die Polizei geht von einer enormen Dunkelziffer aus. (Statistik aus Landtagsanfrage vom 12. März 2018).

Seit drei Jahrzehnten

Beim Auszug aus dem Frauenhaus bemühen sich fast alle Frauen, ihre Zimmer blitzsauber zu hinterlassen, weiß Monika Strauch. Sie wissen, es kommt jemand, der vor Leid und Kummer kaum in der Lage ist, den Alltag zu bewältigen. Schutzfunktion, Stabilisieren, Befähigen, damit Frauen, Männer und Kinder ein gewaltfreies Leben führen können, das alles ist Aufgabe des Vereins Frauen helfen Frauen seit nunmehr über drei Jahrzehnten. Der Erlös der Spendenaktion »Leser helfen« geht unmittelbar an den Verein Frauen helfen Frauen Ortenaukreis.

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Benefizaktion der Mittelbadischen Presse

Ausstellung »Frau sein« sammelt Spenden für Leser Helfen

Autor: Thomas Reizel

Lesezeit 2 Minuten

05. Dezember 2018

Künstlerin Anette Isabo präsentiert während des Biberacher Adventsmarkts im Heimatmuseum »Kettererhaus« einige ihrer Ölgemälde. Sie nennt die Ausstellung »Frau sein«. Das Bild zeigt eine energiegeladene Frau, die zum Himmel strebt, aber dennoch wie ein Baum Kraft und Halt aus der festen Verwurzelung im fruchtbaren Boden zieht. Manuela Richter unterstützt ihre Schwester mit dem Ausschank von Getränken. ©Thomas Reizel

Anette Isabo, ausgebildete Malerin und Kunsttherapeutin, unterstützt die »Leser helfen«-Aktion der Mittelbadischen Presse mit ihrer Ausstellung »Frau sein«. Einen Teil der Einnahmen spendet sie zugunsten des Frauenhauses

Anette Isabo hatte am Sonntag ihre Vernissage im Biberacher »Kettererhaus«. Während des Weihnachtsmarkts auf dem Platz gegenüber des Rathauses, der noch an den drei folgenden Freitagen jeweils von 17 bis 21 Uhr, stattfindet, präsentiert die bildende Künstlerin und ausgebildete Kunsttherapeutin im Heimatmuseum rund 20 Ölgemälde, viele unter dem Titel »Frau sein«.

Auf die Idee, diese Aktion »Leser helfen« zugunsten des Frauenhauses zu widmen, hat sie eine Freundin gebracht. Anette Isabos Schwester Manuela Richter schenkt Sekt und Orangensaft für den guten Zweck aus.

Inneres sichtbar machen

»Das Thema ›Frau sein‹ ist immer eines für mich. Ich sehe die Frau in ihrer ganzen Kraft, sie schwebt, sie ist verwurzelt, sie steht für den Stammbaum einer Familie«, sagt die Künstlerin, die in Biberach ein Atelier hat. Sie bietet Kurse für Kinder und Erwachsene an, zeichnet und malt im ehemaligen Gengenbacher Klinik-Café »Rondo« mit Senioren, teilweise an Demenz erkrankten und gestaltet im Fußbacher Pflege- und
Betreuungsheim das Projekt »Kunstschmiede«, also kreative Therapieangebote, mit den Bewohnern in einer Gruppe.

Außerdem arbeitet sie an der Hector-Kinder-Akademie in Lahr-Mietersheim. »Es ist immer wieder schön zu sehen, welche inneren Bilder eines Menschen Kunst sichtbar machen kann«, erzählt die Mutter von drei Kindern.Anette Isabo verwendet einerseits viele pastellige Farben und verleiht ihren Frauen auf den Bildern somit Zartheit und Verletzlichkeit, anderseits arbeitet sie mit kräftigen und leuchtenden Farben als Symbole für Energie, Mut und Aufbruch. Das alles sind Themen, die auch das Frauenhaus betreffen. Deshalb spendet die Biberacherin Anette Isabo pro verkauftem Bild zehn Prozent. Hinzu kommt der Erlös aus der Bewirtung.

 

Wo Sie spenden können

Volksbank in der Ortenau
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Sparkasse Offenburg/Ortenau
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Vom Partner geschlagen

„Leser helfen“: So kam Derya ins Frauenhaus in Offenburg

Autor: Ursula Groß

Lesezeit 4 Minuten

01. Dezember 2018

Die erste Offenburger »Frauen-Haus-Geburt« in 30 Jahren: Deryas Tochter Leyla (Name von der Redaktion geändert) hatte es besonders eilig, in einer sicheren Umgebung zur Welt zu kommen. Ihr gewalttätiger Vater kann ihrer Mutter im Frauenhaus nichts mehr antun. ©Frauenhaus

Wie wichtig das von der »Leser helfen«-Aktion unterstützte Frauenhaus für Hilfe suchende Frauen ist, zeigt die Geschichte von Derya. Sie flüchtete vor ihrem gewalttätigen Partner und fand Hilfe in Offenburg. Für ein zweites Frauenhaus benötigt der Trägerverein Frauen helfen Frauen Ortenau 150 000 Euro.

»Du bist im Frauenhaus in Offenburg auf die Welt gekommen«, wird Derya (40) ihrer acht Jahre alten Tochter einmal erklären. In einem Haus, wo die türkischstämmige Frau Fürsorge erfuhr, wo sie keine Angst mehr haben musste, ruhig schlafen konnte. Als Derya zum Gespräch ins Büro des Vereins »Frauen helfen Frauen« kommt, um ihr Schicksal für die Aktion »Leser helfen« zu schildern, gibt es herzliche Umarmungen. Alle erinnern sich noch, wie das im Februar 2013 war. Zum 30. Jubiläumsjahr »30 Jahre Frauenhaus Ortenau« gab es die erste Hausgeburt.

»Die Sanitäter wollten mich noch ins Krankenhaus fahren, aber als ich vor der großen Treppe im Frauenhaus stand, wusste ich, das schaffe ich nicht mehr. In Betreuung von Notarzt, Sanitätern, Hebamme und den Mitarbeiterinnen vom Frauenhaus brachte ich meine Tochter zur Welt«. Die hochschwangere Frau war kurz zuvor aus einem anderen Bundesland ins Frauenhaus in Offenburg vermittelt worden. Überbelegung oder Ortswechsel, um Frauen und Kinder aus der gefährlichen Umgebung herauszubringen, sind Gründe von Verlegungen, erklären die Mitarbeiterinnen von »Frauen helfen Frauen«.

»Eine Frau ist Besitz«

»Ja, ich habe vier Kinder (elf, acht, fünf und zwei Jahre alt) vom gleichen Partner«. Wie es kam, dass nach dem etwa einjährigen Aufenthalt im Frauenhaus das vierte Kind auf die Welt kam, das ist eine lange Geschichte. Mitleid kommt darin vor, Unsicherheit und Hoffnung, dass alles besser wird. Der leidvolle Weg von Derya begann schon in ihrer Kindheit. Im Elternhaus hatte ihr Vater die Mutter verächtlich behandelt. Nach außen Fassade, im Inneren der Familie Machtmissbrauch – »eine Frau ist Besitz«.

Als Derya ihren Partner wählte, brach der Rückhalt von Eltern, Geschwistern, Freunden und Umfeld völlig weg. »Ich wurde ausgestoßen«. Eine Ursache, vermutet sie, war die Herkunft des Partners aus dem nichteuropäischen Raum. Er hatte selbst eine schwierige Kindheit, weiß Derya. Trotzdem: »Ich hatte immer gehofft, er würde seine Vaterrolle annehmen«. Doch die Hölle begann erst recht. Gewalttätigkeiten kamen bereits in der ersten Schwangerschaft vor. »Er trat mir in den Bauch«. Als das Kind da war, »schlug er mich beim Stillen«.

Unvorstellbare Methoden der Gewalt prasselten in den nächsten Jahren auf die Frau ein. Etwa die »Foltermethode Schlafentzug«, sagt sie leise. »Mitten in der Nacht riss er meine Bettdecke weg, weil er das Sorgerecht für die Kinder wollte«. Schlagen, Kneifen, Einsperren, grundlos, unvermittelt – es fällt Derya schwer, darüber zu reden. Mehrere Male saß der Mann ein, er hat draußen wohl einige Dinge gedreht. Derya sagt, dass sie nichts davon wusste. Er sei sehr unregelmäßig bei der kleinen Familie aufgetaucht, keiner wusste, wo er sich herumtrieb. »Als er aus dem Gefängnis herauskam, da hatte ich Mitleid mit ihm«, schildert sie. Sie glaubte, ihm helfen zu müssen, auch um der gemeinsamen Kinder wegen.

Die Situation verschlimmerte sich jedoch so heftig, dass sie an Selbstmord dachte. Nur die Sorge um ihre Kinder habe sie am Leben gehalten. Gleichzeitig wollte sie weg, wusste aber nicht wohin und wie sie das alles schaffen sollte. Mit letzter Kraft entschloss sie sich, die Beratungsstelle von »Frauen helfen Frauen« aufzusuchen.

Das Netzwerk des Vereins mit sozialen, rechtlichen und therapeutischen Maßnahmen wurde in Gang gesetzt, um zu helfen. »Ich ging auch wegen der Kinder in das Frauenhaus«. Inzwischen hat der Mann Annäherungsverbot. Der Albtraum ist vorbei. Die Zeit im Frauenhaus mit ihrer vielfältigen Hilfe hat Derya stark gemacht. Die Kinder sind wohlauf und gedeihen gut, schmunzelt sie nun doch ein bisschen.

 

Spenden für »Leser helfen«

Aktueller Spendenstand: 31.979 Euro

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Volksbank in der Ortenau
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Kita Renchen-Erlach

Kinder verschenken für „Leser helfen“ Lieblingsspielsachen

Autor:
Ursula Groß

Lesezeit 2 Minuten

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28. November 2018

Stolz zeigen die Kinder der Kita Renchen-Erlach ihre Spielsachen, die sie den Kindern im Frauenhaus überlassen möchten.

Stolz zeigen die Kinder der Kita Renchen-Erlach ihre Spielsachen, die sie den Kindern im Frauenhaus überlassen möchten. ©Ulrich Marx

 

Die Kinder der Kita Renchen-Erlach haben im Rahmen der Aktion »Leser helfen« zugunsten des Vereins Frauen helfen Frauen ihre liebsten Spielsachen verschenkt. Ein weiterer Ansporn, um die benötigten 150 000 Euro zu erreichen, gesammelt wurden bisher 24.000.

Eine liebe Idee zur Aktion »Leser helfen« zugunsten des Vereins Frauen helfen Frauen kam von der Kindertagesstätte Renchen-Erlach. Die Kinder verschenkten ihre Lieblingsspielsachen an die Kinder im Frauenhaus. Als die St. Martins-Geschichte im Jahresreigen der Kita stand, hatten die Erzieherinnen Ramona Feißt und Laura Bernhard ihren Schützlingen erklärt, was es mit dem Schenken auf sich hat.

Man teilt mit den Armen, so wie St. Martin. »Ja, und wo sind denn Arme hier bei uns?«, konnten sich die Kleinen nicht gleich vorstellen. »Nun, da sind Kinder, ganz in unserer Nähe, denen es oft nicht so gut geht«. Spontan hätten die Vier- bis Sechsjährigen dann reagiert. »Wir wollen den Kindern was von unseren Spielsachen abgeben«. Im Elternbrief baten die Erzieherinnen um Zustimmung zu einer ganz besonderen Aktion. Und so kam es vergangene Woche zu einer echten Spendenübergabe mit der Kinderabordnung der Kindertagesstätte. Die kleine Truppe hatte Kisten und Säcke nach Offenburg geschleppt.

Fragestunde der Kinder

In der Geschäftsstelle des Vereins empfang sie Geschäftsführerin Monika Strauch mit Saft und Keksen. Und dann ging eine kleine Fragestunde los. Da war Fingerspitzengefühl gefragt, kindgerecht wurde erklärt, dass es manchmal in Familien Streit gäbe. Dass Mama und die Kinder wo anders hinziehen müssten. »Was machen die Kinder dann dort?« fragte Benjamin (6). »Sie gehen zur Schule oder in den Kindergarten, so wir ihr«, so Strauch.

Ob die Kinder auch spielen dürften oder ob sie was zum Essen und Trinken bekämen, das waren schon drängende Fragen der Kinder. »Ja, freilich, wir machen was zusammen, wir malen, spielen, backen Brötchen, unternehmen kleine Ausflüge«, wurden sie aufgeklärt. So ganz klar wurde das den Kindern aber wohl nicht, denn wenn man von daheim wegmuss, das ist doch überhaupt nicht gut, fanden zwei Mädchen. Doch dann mussten alle Kinder lachen.

Weil sich die Mitarbeiterinnen des Vereins Frauen helfen Frauen so sehr über die schönen Geschenke freuten. Stolz erzählten die Kinder, dass in den vielen Kisten mit Kleidern und Spielzeug auch ihre Lieblingsspielsachen versteckt seien. Der kleine rote Plüschfuchs etwa, der aus einer Schachtel lugte.

Info

Das verschenken die Kinder:

  • Aylin (5): Ich schenke einem Mädchen meinen Fingerring und eine Hose.
  • Ben (6): Was zum Musikmachen (ein Xylophon). Mama hat mir beim Aussuchen geholfen.
  • Benjamin (6): Was Eingepacktes, nämlich das Lego-City-Set. Das habe ich doppelt zu meinem Geburtstag bekommen.
  • Alina (6): Mama hat extra ein neues Buch gekauft. Ich glaube, die Kinder, die die Geschenke kriegen, die lesen auch gerne. Und ein T-Shirt.
  • David (4): Drei Bücher, ein Pulli, ein Schlafanzug und eine Hose. Das passt mir halt nicht mehr.
  • Klara (4): Mein Bandolino und mein Buch, nämlich das von der Weihnachtswerkstatt, da wo die Engel Brödle backen.

 

Spenden für »Leser helfen«

Aktueller Spendenstand: 24.161 Euro

Wo Sie spenden können

Volksbank in der Ortenau
IBAN DE03 664 900 00 000 2771403

Sparkasse Offenburg/Ortenau
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Ortenau

Heiz-Desaster im Offenburger Frauenhaus

Autor: Ursula Groß

Lesezeit 3 Minuten

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24. November 2018

Weil der Heizkessel im Offenburger Frauenhaus seinen Geist aufgegeben hat, mussten die 13 Kinder mit Wärmeflaschen geschützt werden. Geschäftsführerin Monika Strauch war dabei als Krisenmanagerin gefragt. ©Frauen helfen Frauen Ortenau e.V.

Mitten in unsere Weihnachtsaktion »Leser helfen« zugunsten eines erweiterten Frauenhauses platzte am Donnerstag die Hiobsbotschaft: Die Heizung ist »hinüber«. Glücklicherweise hat die Offenburger Heizungsbaufirma Straube schnell reagiert und eine neue aufgebaut und dazu noch 500 Euro gespendet. Dennoch sind Spenden für das große Ziel nötiger denn je: 150  000 Euro werden benötigt, 20 000 sind erreicht.

»Auch das noch…«, seufzt Monika Strauch ganz tief. Nun ist die Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen nicht eine, die in Zuckerwatte gepackt ist. Eine, die Herausforderungen von Berufs wegen nicht bewältigen kann. Aber dass nun die gesamte Heizungsanlage im Frauenhaus zusammengebrochen ist, das bringt sie trotz der beißenden Kälte zu nahezu panischen Schweißausbrüchen.

Der 20 Jahre alte Heizkessel hatte Haarrisse, das Öl tropfte in die Bodenwanne, die gesamte Heizanlage musste vor fünf Tagen abgeschaltet werden.  Da war nichts mehr zu machen, der Heizungsbauer wurde umgehend alarmiert. Und – der kam sofort! Die Firma Sanitär und Heiztechnik Straube aus Offenburg hat die Not sofort erkannt und  alle Hebel in Bewegung gesetzt, um möglichst schnell eine neue Heizung zu ordern, einzubauen und in Betrieb nehmen zu können. »Nach Rücksprache mit Herrn Straube erhalten wir zu dieser schnellen Hilfe zudem eine Spende von 500 Euro«, freut sich Monika Strauch.

Zum Glück. Denn derzeit ist das Frauenhaus mit 13 Kindern belegt, darunter sind die allermeisten Kleinkinder, mit einem acht Monate alten Baby und einer hochschwangeren Frau. Es herrscht dazu Vollbelegung, wie immer. »Wir versuchen, uns in der Ausfallzeit so gut wie es eben geht zu behelfen.« Hauswirtschafterin Karin Homberg hat Wärmflaschen eingekauft, Fachberaterin Anna Staiger brachte einen Radiator von zu Hause mit. Decken, Socken, Pullover und Wärmflaschen sind im Einsatz, jede Mitarbeiterin hat etwas Wärmendes mitgebracht. Das Baby hat es also warm im Bettchen.

Ausfall der Heizung problematisch

In der Not war eine ganz besondere Art des Aufwärmens im Einsatz. »Wir haben Plastikflaschen mit heißem Wasser befüllt, die man an den Körper legen kann«, erzählt Monika Strauch. Der Ausfall der Heizung ist nicht nur wegen der frostigen Temperaturen problematisch. Auch der Jahresetat des Vereins Frauen helfen Frauen bekommt kalte Füße. Er schwächelt regelmäßig zum Jahresende hin. Rund 11.000 Euro stehen auf dem Kostenvoranschlag des Heizungsbauers, und die müssen gestemmt werden.

Wärme und Hoffnung in das ganze Unglück bringen die Spender der Aktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse, die noch bis Dreikönig läuft und für eine dringend benötigte Erweiterung des Frauenhauses gedacht ist. »Wir freuen uns so sehr über jeden Betrag der Leser«, dankt Monika Strauch. Doch statt für die Einrichtung von 20 Zimmern, Aufenthaltsraum, Küchen, Anschaffung von Spielgeräten und Spielplatz draußen und zwei Fahrzeugen »werden wir einen Teil der Spenden nun in die Heizung investieren müssen«, so Strauch.

Info

Die aktuellen Spender

Uwe Zeibig, Georg Schmid, Ernest und Erika  Holtzhauer, Stefan Leithi, Margareta Kreiner, Lydia Bayer, Giesela Lammche, Gerhard und Brigitte Zeeb, Bianka Kempf, Hedwig Matt-Disch, Manfred und Ilse Doll, Karl und Ursula Benz, Christiane Heinze, Waltraud Huber, Hans-Otto und Monika Schaub, Kurt Weber, Raiffeisen-Kraftfutterwerk Kehl GmbH, Günther und Gabriele Appenzeller, Norbert Häring, Hansjörg und Herta Stürze, Familie Kipper und Jakob, Erna und Gert Bornhäuser, Ingrid Werner, Frauengemeinschaft Herz-Jesu, Sabine Hasler, Ute Villing, Beate Schütt, Ursula Maier, Monique Hezel-Reyntjens, Rita Spinner, Norbert und Christa Hertle, Maria Schillinger, Annedorle Schick-Wanjek, Dr. Dieter Petri, Ines und Edmund Benz, Kurt und Patricia Fischer, Elisabeth Übel, Petra Braun, Karlheinz und Barbara Hillenbrand, Gemeinschaftspraxis Dr. Stephen Müller und Michael Schulze (Oberkirch), Rainer Plöger (Kehl-Auenheim).

Spenden für »Leser helfen«

Aktueller Spendenstand: 20.229 Euro

Wo Sie spenden können

Volksbank in der Ortenau
IBAN DE03 664 900 00 000 2771403

Sparkasse Offenburg/Ortenau
IBAN DE89 664 500 50 0000 530700

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Benefizaktion zugunsten des Frauenhauses

Autor:  Ursula Groß

Lesezeit 4 Minuten

21. November 2018

Einsamkeit: Der kleine Jan (7) hat dieses Bild im Frauenhaus gemalt, weil er »Mama in der Nacht bewachen« müsse. ©Ulrich Marx

Ein Frauenhaus ist immer auch ein Kinderhaus. Drei von vier Frauen, die dort Schutz vor häuslicher Gewalt suchen, bringen ihre Kinder mit. Und der Andrang ist groß in der Ortenau. Deshalb sammelt »Leser helfen«, die Weihnachtsaktion der Mittelbadischen Presse« in diesem Jahr für die Einrichtung einer dringend benötigten zweiten Frauenhauses in der Ortenau.

Wohin mit dem Neugeborenen, dem Dreijährigen, der Zehnjährigen? Das wird zu einer existenziellen Frage, bevor  eine gepeinigte Mutter aus dem Haus flüchtet. Familie und Bekannte haben sich zu diesem Zeitpunkt schon längst abgewandt. Ach was, wenn dem Mann mal die Hand ausgerutscht ist, das kann vorkommen, ist die nicht seltene Reaktion. Oder: Was die zuhause machen, geht uns nichts an. Kinder verstehen sowieso nicht, was da vor sich geht.

Die Erfahrung der Frauenhaus-Mitarbeiterinnen ist eine völlig andere. Kinder hören alles, spüren die Gefahrensituation intensiv, durchleben sie mit. »Wir haben hier Kinder, die erzählten, dass sie sich vor die Mutter gestellt haben, wenn der Vater oder der Lebensgefährte zuschlagen wollte.« Dass die Großen versuchten, ihre kleineren Geschwister zu schützen. Ihnen die Ohren zuhielten, sie ins Kinderzimmer schoben.

»Ich muss Mama in der Nacht bewachen«, glaubt Jan (7), der bis heute nicht in seinem eigenen Bett schlafen kann. Er hat in der Zeit im Frauenhaus ein Bild gemalt. Auf dem großen Gemälde sind keine Menschen zu sehen.  Nur ein rotes Auto, Wolken, Sonne, sonst Leere, eigentlich Einsamkeit. »Kinder werden im Frauenhaus als eine Gruppe mit eigenem Hilfsbedarf gesehen und unterstützt«, erklärt Wibke Kowalski (37). Die Sozialarbeiterin ist in Traumapädagogik geschult.

Die Kindergruppe war zum Beispiel im Jahr 2017 mit etwa 54 Kindern, darunter 31 Mädchen und 23 Jungen, belegt. »Wir konnten weitere 124 Frauen und 121 Kinder wegen Vollbelegung nicht aufnehmen«, berichtet Monika Strauch, Geschäftsführerin von Frauen helfen Frauen. Babys und Kindergartenkinder machen den größten Teil der betreuten Kinder aus. Dazu kommen Mädchen und Jungen bis ins Teeniealter.

Nahezu alle diese Kinder entwickeln psychosomatische Störungen, leiden unter Albträumen, nässen sich ein, sind angstvoll-angespannt, schuldbewusst. Sie stehen dazu zwischen den Eltern. »Ich habe doch Papa und Mama lieb.« Eine unerträgliche innere Anspannung überrollt die Kinder derart, dass sie wie unter ständiger Alarmstimmung stehen.

Im Frauenhaus gibt es ein Programm eigens für die Kinder. Psychotherapeutisch wird nicht betreut, das könne man hier nicht leisten. Doch die Kinder mit einem Umfeld aus Ruhe und Verlässlichkeit zu umgeben, mit ihnen einen kleinen Ausflug machen oder zu basteln, das alles gibt langsam Zuversicht, aus der Situation der Angst herauszukommen. »Sie dürfen spielen, über ihren Kummer sprechen, sie sollen wieder richtig Kind sein dürfen«, so Wibke Kowalski. Sie zeigt den Kindern auf, dass man Konflikte gewaltfrei lösen muss.

Starke Belastung von Kindern ist ein hohes Risiko dafür, dass sie als Erwachsene die erlebten Muster weitergeben. Zahlreiche Männer, die zuschlagen, waren selbst Opfer von Gewalt in ihrer Kindheit. In der Müttergruppe wiederum »versuchen wir die Frauen zu sensibilisieren für die Situation ihrer Kinder«, fügt Wibke Kowalski an. Wir helfen ihnen bei der Suche nach therapeutischen und pädagogischen Netzwerk-Angeboten für die Zeit nach dem Frauenhaus.

Was nun brauchen die vielen großen und kleinen Kinder im Frauenhaus? Einen sicheren Ort, wo die »Monster« nicht reinkönnen. »Nachts kommen die nämlich, deshalb habe ich ein Monster gemalt, das Zeichenblatt in eine Kiste gestopft und dann habe ich sie in die ganz heiße Sonne gestellt«, erzählte ein Kind in der Malstunde. Einen Ort der Verlässlichkeit, Verständnis, Vertrauen, Erfolgserlebnisse und viel Zeit benötigt die Arbeit mit den Kindern. Und einen Raum, der ihnen gehört.
Deshalb bittet »Leser helfen« um Spenden für die Erweiterung des Ortenauer Frauenhauses. Am dringendsten sind Möbel, Spielgeräte und zwei Fahrzeuge, davon ein Neunsitzer-Bus.

Info

Die „Nummer gegen Kummer“

Die Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser (LAG) hat »Sicherheitstipps für Mädchen und Jungen« herausgegeben. Darin ist die  die »Nummer gegen Kummer« zu finden: 0800/110333 (kostenlos) von montags bis samstags 14 bis 20 Uhr.

Spenden für »Leser helfen«

Aktueller Spendenstand: 17.044 Euro

Wo Sie spenden können

Volksbank in der Ortenau
IBAN DE03 664 900 00 000 2771403

Sparkasse Offenburg/Ortenau
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»Leser helfen«-Spenden: Die 10.000 Euro wurden erreicht

Autor: Wolfgang Kollmer

Lesezeit 2 Minuten

 
14. November 2018

Es wird dringend ein zweites Frauenhaus benötigt. ©Ulrich Marx

Die Benefizaktion »Leser helfen« kommt langsam in Fahrt. Mehr als 10.000 Euro stehen seit Dienstag auf den Spendenkonten. Geld, das für ein dringend erforderliches zweites Frauen- und Kinderschutzhaus in der Ortenau gebraucht wird. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg: 150.000 Euro werden benötigt.

Seit nunmehr 21 Jahren setzt sich »Leser helfen«, die jährliche Benefizaktion der Mittelbadischen Presse, für Menschen in Not ein, indem es dringende Projekte unterstützt. Knapp drei Millionen Euro sind in dieser Zeit zusammen gekommen und haben viel Gutes bewirkt. Dass der Erfolg von »Leser helfen« auf einem breiten Spender-Fundament ruht, ist jedes Jahr eine wohltuende Erkenntnis.

Zu den traditionellen Unterstützern gehören auch dieses Jahr wieder die Organisatoren des Silvesterlaufes in Ebersweier (Start: 11 Uhr). Der SC Durbachtal ruft Läufer wie Walker auf und will die Einnahmen wieder in voller Höhe für »Leser helfen« spenden.

Wieder mit von der Partie ist auch das Hornensemble Offenburg/Ortenau des Musiklehrers Heiko Mazurek, das am 11. Dezember auf dem Offenburger Weihnachtsmarkt auftritt und musikalisch Spenden für »Leser helfen« sammelt (ab 18 Uhr).
Dass es dabei auf jeden Euro ankommt, zeigt ein Blick auf die Wunschliste des Vereins »Frauen helfen Frauen Ortenau e.V.«, der das Frauenhaus betreibt sowie das neue plant.

Rund 150.000 Euro sind vonnöten – für Zimmereinrichtungen, neue Küchen, Gemeinschaftsräume, Büros oder Spielgeräte für die Kinder, die mit ihren Müttern Schutz suchen. Dringend benötigt werden auch zwei Fahrzeuge: ein Neunsitzerbus und ein kleines Stadtauto für Behördengänge und ähnliches.

 

Spenden für »Leser helfen«

Aktueller Spendenstand: 10.450 Euro

Wo Sie spenden können

Volksbank in der Ortenau
IBAN DE03 664 900 00 000 2771403

Sparkasse Offenburg/Ortenau
IBAN DE89 664 500 50 0000 530700

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Leser helfen

Notgemeinschaft: So mühsam ist der Alltag im Frauenhaus

Autor: Ursula Gross

Lesezeit 3 Minuten

 
10. November 2018

Der Weg zurück in die Normalität ist harte Arbeit. ©Ulrich Marx

Das Frauenhaus ist ein Schutzraum für Gewaltopfer. Freiwillig ist hier niemand. Doch beengte Verhältnisse sind nur eine Mühsal. Die Frauen müssen sich Schritt für Schritt wieder in die Normalität zurückkämpfen. »Leser helfen« hat ein dringend benötigtes zweites Frauenhaus in der Ortenau zum Ziel.

Das Frauenhaus ist eine Wohneinrichtung des Vereins »Frauen helfen Frauen Ortenau« mit angeschlossener Übergangswohnung. Wo sich dieser Schutzraum für Opfer häuslicher Gewalt befindet, wird aus Sicherheitsgründen streng geheim gehalten. Nur für die Aktion »Leser helfen« berichten die Verantwortlichen, Geschäftsführerin Monika Strauch, Sozialarbeiterin Marie Glaser und Hauswirtschaftsleiterin Karin Homberg, wie der Alltag für Frauen und Kinder dort aussieht.

Mütter und Kinder wohnen zusammen in den winzigen Zimmern. »Da muss man oft improvisieren«, erzählt Monika Strauch, Geschäftsführerin des Vereins Frauen helfen Frauen. Bis zur Decke reichen die Stock-Betten, Tisch und Stuhl komplettieren die Möblierung. Bisher sind es sechs Plätze im Haus und drei Plätze im Übergangswohnheim. Die sollen auf 20 Plätze aufgestockt werden. Und hier setzt der große Wunsch an die Leser um Spenden an: Das Frauenhaus braucht finanzielle Hilfe für Einrichtung von Zimmern, Gruppenraum, Küchen, eventuell für einen Spielplatz, für Fahrzeuge, Büroraum und den Hauswirtschaftsraum.

Die Tage im Frauenhaus sollen zurück in die Normalität führen: In die Zeit, als für die spätere Existenz vorgesorgt war. Das erscheint in den ersten Tagen schwierig, denn viele Frauen sind körperlich und seelisch vollkommen erschöpft. Und unselbstständig gemacht worden. »Ich habe eine 40-jährige Frau erlebt, die das erste Mal eine Bankkarte in der Hand hielt«, so die Hauswirtschafterin. Wichtig sei, dass die Frauen ihre finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Der Verein hilft unter anderem dabei, den Arbeitsplatz der betroffenen Frau zu erhalten.

Ein völlig neues Lebensmodell

»Es ist eine unfreiwillige Wohngemeinschaft«, schildert Karin Homberg die Herausforderungen der Wohngemeinschaft im Frauenhaus. Müssen Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten einen Konsens finden, sich Regeln unterwerfen, überhaupt ein völlig neues Lebensmodell eingehen, ist das kein Zuckerschlecken. Es ist die Verwaltung eines Verlustes: Alle Bewohnerinnen des Frauenhauses geben ihr gesamtes Umfeld auf. Manche Frau kommt ohne Geld oder Ausweis an – von der Polizei aus der Gewaltsituation zu Hause gerettet, direkt aus Kliniken überwiesen, wo sie wegen Verletzungen behandelt wurde. Oft entschließt sich eine Frau nach Kontakten mit der Beratungsstelle, ins Frauenhaus zu gehen. Leicht fällt das keiner Frau.

Dass sie einen Koffer mit passender Kleidung gepackt hat, sei eher die Ausnahme. Dann greift eine Art Erste Hilfe. Im Frauenhaus bekommen viele Frauen als Erstversorgung eine »Notfall-Box«. Da sind zum Beispiel Sanitärartikel drin.

Luxus erwartet die Frauen im Frauenhaus nicht. Dafür Geborgenheit und Zuwendung. Gerade Kinder verlieren sehr viel. Sie mussten meist Kindergarten oder Schule wechseln. Die Freunde dürfen sie nicht besuchen. Dazu kommt die bange Frage: »Wo ist der Papa?«

Damit das Zusammenleben auf dem beengten Raum des Frauenhauses eine gewisse Struktur hat, gibt es Wochenplan, Zimmer-Protokoll und Hausversammlung zur Aussprache. Immer wieder betont das Vereinsteam, dass der Alltag in einem Frauenhaus hilft, den geschundenen und gedemütigten Frauen ihr Selbstwertgefühl wieder zurückzugeben. Kleine, eigentlich alltägliche Dinge sind für Menschen, die jahrelang nur Gewalt und Unterdrückung kannten, wie ein Traum aus einer anderen Welt. Die Bewohnerinnen versorgen sich und ihre Kinder selbst. Sie kaufen ein, kochen, halten ihr Zimmer in Ordnung und erledigen ihre Wäsche.

»Wir schauen uns die Ressourcen der betroffenen Frauen an«, so das Team. Dann versuche man, dort zu fördern. Selbst ein Mittagessen auf den Tisch zu bringen, ohne dafür ausgeschimpft zu werden, ist eine neue, gute Erfahrung.

 

Leser helfen

Aktueller Spendenstand: 8.165  Euro

 

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„Leser helfen“

„Leser helfen“ fürs Frauenhaus: Sabine hatte Todesangst

Autor: Ursula Groß

Lesezeit 4 Minuten

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07. November 2018

Die diesjährige »Leser helfen«-Benefizaktion soll ein dringend benötigtes zweites Frauenhaus in der Ortenau ermöglichen. Das Spendenziel von 150 000 Euro ist ehrgeizig, aber erreichbar – falls so viele Spender wie möglich mitmachen. ©Peter Steffen/dpa

Als er ihr drohte, sie an den Haaren in den Wald zu ziehen, kroch Todesangst in Sabine (32) auf. Dem häuslichen Martyrium durch ihren gewalttätigen Mann setzte sie ein Ende: Sie und ihr Kind flüchteten ins Ortenauer Frauenhaus, das Untersützung dringender denn je nötig hat. »Leser helfen« heißt deshalb das Gebot der Stunde.

Zu Beginn des Gesprächs wirkt Sabine (32, Name von der Redaktion geändert) offen und fröhlich. Sie berichtet, dass sie ihre Ausbildung als Erzieherin bald abschließen kann. Im Arm hält sie ihr zweites Kind, ein Junge, »er ist zehn Monate alt«. Alles sei gut, ihr jetziger Freund, Vater des Kleinen, sei liebevoll und fürsorglich. »Ich kenne ihn seit meiner Jugend«. Dann geht ihr Blick zu Monika Strauch, Geschäftsführerin im Vorstand des Vereins »Frauen für Frauen«. »Ohne eure Hilfe wüsste ich nicht, wo ich heute stehen würde«, sagt sie und Sabines Augen werden feucht. Nach leidvollen Jahren der körperlichen und seelischen Misshandlung durch ihren damaligen Mann hatte sie den Schritt ins Frauenhaus gewagt.

Bruchstückhaft kommt heraus, was die junge Frau in dieser Beziehung erlebt hatte. »Ich war früh verheiratet, es war Liebe.« Keine finanziellen Sorgen, der Ehemann hatte Arbeit, Sabine lernte. Um das Glück zu vervollständigen, wurde sie mit 25 Jahren schwanger. »Mit der Geburt des ersten Sohnes fing alles an.« Der frischgebackene Vater, wesentlich älter als Sabine, veränderte sich zusehends. »Er schien auf das Kind eifersüchtig zu sein«, vermutet sie heute. Zunächst habe er geschimpft, an allem herumkritisiert. »Ich konnte es ihm nie recht machen, ich habe mich gewehrt. Aber ich wurde immer unsicherer.« Wenn es ganz schlimm kam, flüchtete sie mit dem Kleinen ins Kinderzimmer. Bis heute kann der nun Neunjährige nicht in einem solchen Zimmer spielen. Er hatte alles mitbekommen, sagt seine Mama. Der Junge lebt in einem heilpädagogisch orientierten Heim, um wieder gesund zu werden.

Irgendwann kam es zu körperlichen Angriffen. »Ohrfeigen, manchmal hat er mich auf den Boden geworfen.« Sabine versucht, die Sache nicht so genau zu erklären. Er muss heftig zugeschlagen haben. Ist es Verdrängung, um die schlimmen Szenen nicht wieder in Gedanken durchleben zu müssen? Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Denn die junge Frau war acht Wochen vollstationäre Patientin in einer Klinik für seelische Erkrankungen. Der kleine Sohn blieb beim Vater, »deshalb ging ich wieder zurück nach Hause«.  »Ich bin für dich da«, habe er ihr versprochen. Was aber kam, war die nächste Stufe der Gewalt. »Ich ziehe dich an den Haaren in den Wald, dort findet dich keiner mehr«, drohte er. »Ich hatte Todesangst.« »Gleichzeitig begann er mein Umfeld zu kontrollieren«, er hat versucht, seine Frau zu isolieren.

Sabine ist Halbwaise, sie verlor ihre Mutter mit neun Jahren. »Wenn er getrunken hatte, wurde es noch schlimmer«, entschuldigt sie fast das Geschehen. Eine ganz typische Situation, viele Frauen nehmen damit ihre Peiniger in Schutz. Vorgekommen ist, »dass ich mehrere Male den Krankenwagen holen musste, weil er stark alkoholisiert  war«. Die meisten der betroffenen Frauen hoffen oft jahrelang, dass »er nie wieder etwas tun« werde. Das hat er doch unter Tränen versprochen, sogar Blumen mitgebracht.
Ein Trugschluss.

Wenn eine gewisse Hemmschwelle überschritten wird, steigert sich die Gewalt ins Uferlose, das wissen die Fachfrauen aus nahezu allen Frauenhausschicksalen. Sabine wusste vom Frauenhaus. Sie hatte Kontakt zu einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle aufgenommen. Mit dem Kind und einer großen Tasche fuhr sie zu einem abgelegenen Parkplatz, wo sie von den Mitarbeitern des Frauenhauses abgeholt wurde.

»Die meisten Frauen flüchten nicht von heute auf morgen«, erklären Geschäftsführerin Monika Strauch und Sozialarbeiterin Marie Glaser. Eine große Gefahr, vor der sich die Frauen fürchten, birgt der Augenblick, in dem sie ihren Mann verlassen. Dieser kann lebensgefährlich sein. In der Ortenau kam es dabei schon mehrfach zu Tötungsdelikten.

 

Ziel sind 150.000 Euro: Benötigt werden die Spenden für Zimmereinrichtungen, Küchen, Spielgeräte, aber auch für zwei Fahrzeuge. Von denen ist ein Neunsitzerbus besonders wichtig.

 

Leser helfen

Aktueller Spendenstand: 6.404  Euro

 

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Einrichtung für zweites Frauenhaus
Dossier: Leser helfen 2018/19

»Leser helfen«: Dafür wird das Geld benötigt

Autor: Wolfgang Kollmer
Lesezeit 2 Minuten

03. November 2018

Kein Komfort, aber es erfüllt den Zweck: Rund 2000 Euro kostet die Einrichtung eines Zimmers im geplanten zweiten Frauenhaus. 20 davon sind vonnöten. ©Ulrich Marx

 

Jeder Euro hilft, um das geplante zweite Frauenhaus in der Ortenau zu ermöglichen. Und es ist bitter nötig, hat sich der Beratungs- und Betreuungsbedarf innerhalb von nur vier Jahren doch verdreifacht. Deshalb heißt das Ziel von »Leser helfen«: 150 000 Euro.

346 Frauen haben 2017 die Fachberatungsstelle häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Stalking des Vereins »Frauen helfen Frauen Ortenau« kontaktiert, dreimal soviel wie 2013. Kein Wunder, dass das Frauen- und Kinderschutzhaus des Vereins mit neun Plätzen für Frauen und 10 für Kinder permanent voll ist und viele Hilfesuchende an andere Frauenhäuser vermittelt werden müssen. Mit einem zweiten Frauenhaus soll dies besser werden. Während der Landkreis größtenteils die Betriebskosten des Hauses finanziert, muss der Trägerverein »Frauen helfen Frauen Ortenau« zu 100 Prozent die Investitionen selbst tragen. Das geht nur über Spenden. Benötigt werden Spenden für Folgendes:

Einrichtung (Betten, Tische, Stühle) von 20 Zimmern.
Einrichtung für drei Aufenthalts- bzw. Essräume.
Drei Küchen mit jeweils zwei Küchenzeilen.
Einrichtungen für Büros, Spielzimmer, Gemeinschaftsräume (Werkraum, Versammlungszimmer, pädagogischer Bereich).
Toiletten und Duschen.
Spielgeräte, Sandkasten, Schaukel, Bänke und Ähnliches für den Außenbereich.
Ganz dringend benötigt werden zwei Fahrzeuge: einmal ein Neunsitzer-Bus, außerdem ein kleineres Auto für Erledigungen im Stadtgebiet.

 

Was der Verein leistet

Neben dem Betrieb des Frauen- und Kinderschutzhauses einschließlich einer angeschlossenen Übergangswohnung unterhält der Verein eine Fachberatungsstelle, die betroffene Frauen berät und nach Lösungsmöglichkeiten sucht, um auch ohne den Schutz des Frauenhauses auszukommen. Schließlich leistet der Verein, größtenteils ehrenamtlich, intensives Öffentlichkeits-und Präventionsarbeit, mit der häusliche Gewalt an Frauen öffentlich thematisiert werden soll.

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Spendenaktion »Leser helfen«

Die Spirale der Gewalt wird für Frauen zur Lebensgefahr

Autor:
Ursula Groß
31. Oktober 2018

Um der häuslichen Gewaltspirale zu entkommen, ist das Frauenhaus oft die einzige Rettung. ©dpa

Wie wichtig die »Leser helfen«-Spenden zugunsten eines zweiten Frauenhauses in der Ortenau ist, zeigt ein Blick auf die »Gewaltspirale«. So nennen die Fachleute das Martyrium, dem viele Frauen zu Hause ausgesetzt sind: Eifersucht, Kontrolle, Isolation, Demütigung, Gewalt, Drohungen – »Gewaltspirale« – das Eskalationsmuster ist immer dasselbe. In allen sozialen Schichten.

Dass Frauen jahrelanger häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, bevor sie Hilfe suchen, ist eine ständige Erfahrung, seit der Verein Frauen für Frauen Ortenau im Jahr 1982 gegründet wurde. Ziel war damals, betroffenen Frauen und ihren Kindern einen sicheren Platz zu ermöglichen.

Das Frauenhaus Ortenau öffnete im August 1983.  Das war eine kleine Sensation, denn Gewalt in der eigenen Familie, war ein lange verdrängtes Tabuthema. Gleichzeitig begann der Verein mit Beratung und Öffentlichkeitsarbeit. Häusliche Gewalt geht durch alle Bevölkerungsschichten. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei bedeutungslos.

Schleichender Beginn

Die Gewalt beginnt oft schleichend, bevor sie eine Eigendynamik entwickelt, die für Frauen lebensgefährlich werden kann. Eine Informationstafel »Die Gewaltspirale« wurde von den Fachfrauen des Vereins ausgearbeitet. »Man hat mir irgendwann diese Liste gegeben«, berichtet eine ehemalige Bewohnerin des Frauenhauses. »Ich hatte einen blauen Stift in der Hand, um zu unterstreichen, was zu mir passt. Und am Ende war alles blau, vom ersten bis zum letzten Punkt. Ich musste so sehr weinen.«

In Phase 1 der Gewaltspirale stehen Eifersucht und Kontrolle. Der Ehemann oder Partner mag es nicht, wenn sie sich mit Freundinnen oder Familie trifft. Er beginnt zu kontrollieren, wo sie ist, was sie gerade macht. Die Isolierung der Frau (Phase 2) wird mit psychischer Gewalt betrieben. Das kann auf eine Weise geschehen, die Zuneigung vortäuscht. Eifersucht kann eben auch schmeicheln.

Spirale dreht sich weiter

Die Spirale dreht sich weiter, nun bittet der Mann nicht mehr, er fordert (Phase 3). Mit Kritik, Demütigungen, Aufzeigen von Macht und Kontrolle über alle Lebensbereiche, wird die Partnerin verunsichert, ihr Selbstwertgefühl ist gebrochen.
Der erste Gewaltausbruch folgt:  Er schlägt zu (Phase 4). Vielleicht tut es ihm noch leid, »aber du hast provoziert«, schiebt er der Frau Verantwortung zu. Reue, Geschenke kommen sofort, er zeigt mehr denn je Zuneigung. Vielleicht war der Angriff nur ein Zufall, wiegt sich die Frau in Sicherheit. Man redet nicht über das, was passiert ist. Mit der Zeit entsteht ein großer Druck des Geheimhaltens. Oder »wir fangen noch einmal von vorne an«.

Das kann neue Verliebtheit mit sich bringen. Doch die Erfahrung zeigt, dass die meisten Männer, die einmal zugeschlagen haben, es wieder tun. Je länger die Gewaltbeziehung existiert, desto kürzer werden die Abstände zwischen den einzelnen Gewalttaten. Meist ohne Rücksicht auf die Kinder wird zu Hause geschlagen, getreten, verbrüht, eingesperrt, die Waffe gezeigt.

Die kritischste Stufe – die Phase 5 –  tritt ein, wenn die Frau die Situation ändern möchte. Damit, dass sie gehen will zum Beispiel. Nun wird massiv gedroht. »Ich bringe dich um. Du bekommst die Kinder nicht, ich bringe euch alle um.« Das sei ein absolutes Druckmittel, das viele in ihrer misslichen Lage ausharren lässt, erläutert Monika Strauch, Geschäftsführerin des Trägervereins des Frauenhauses. »Alle befragten Frauen haben uns im Gespräch mitgeteilt, dass sie Todesängste durchlitten haben.«

Ausraster aus dem Nichts

Die Gewaltspirale verläuft nicht immer linear. Zu Beginn kann auch ein »Ausraster« stehen, der völlig aus dem Nichts zu kommen scheint. Viele Täter empfänden die Gewalttat laut Strauch als etwas, das sie nicht kontrollieren können. Daher suchten sie die Gründe nicht bei sich selbst, sondern in äußeren Umständen (Alkohol, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder mit der Partnerin). Damit würden sie sich selbst entlasten und schieben dem Opfer die Schuld zu.

Hintergrund

Dafür wird das Geld benötigt

Vier Tage nach dem Start der Benefizaktion »Leser helfen« der Mittelbadischen Presse am Samstag, 27. Oktober sind die ersten Spenden eingegangen: 2874 Euro stehen bereits auf den Konten. Das ist erfreulich! Aber bis zu unserem ehrgeizigen Spendenziel von 150.000 Euro ist es noch ein weiter Weg. Die ersten Anfragen wegen möglicher Sachspenden, die natürlich auch möglich sind, gab es gestern übrigens auch schon.

Mit dem Spendengeld soll der Verein Frauen helfen Frauen Ortenau unterstützt werden, der ein dringend benötigtes zweites Frauenhaus in der Ortenau eröffnen will, weil die Nachfrage misshandelter Frauen – leider – enorm ist. Mit den Spenden sollen 20 Zimmer möbliert, außerdem Küchen, Büros, Spiel- und Aufenthaltsräume finanziert werden. Nicht zuletzt werden Spielgeräte für den Außenbereich und zwei Fahrzeuge, darunter ein Neunsitzer, für Aus- und Besorgungsfahrten benötigt. Wichtig zu erwähnen ist: Alle Spenden kommen zu 100 Prozent an.

Info

So spenden Sie

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Aktion der Mittelbadischen Presse / Ziel: 150.000 Euro

»Leser helfen« startet: Spenden für ein zweites Frauenhaus

Autor:
Ursula Groß
27. Oktober 2018

Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen, auch in der idyllischen Ortenau nicht. So muss der Trägerverein Frauen helfen Frauen, der das Offenburger Frauenhaus betreibt, jährlich 150 (!) schutzsuchende Frauen aus Platzgründen abweisen. Mit einem zweiten Frauenhaus könnte die Misere gelindert werden – wenn genügend Spenden zusammenkommen.

(Bild 1/3) Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen, auch in der idyllischen Ortenau nicht. So muss der Trägerverein Frauen helfen Frauen, der das Offenburger Frauenhaus betreibt, jährlich 150 (!) schutzsuchende Frauen aus Platzgründen abweisen. Mit einem zweiten Frauenhaus könnte die Misere gelindert werden – wenn genügend Spenden zusammenkommen. ©Peter Steffen/dpa

 

Die Mittelbadische Presse unterstützt mit ihrer 22. Benefizaktion »Leser helfen« das Frauenhaus in Offenburg, das viele Hilfe suchende, misshandelte Frauen aus Platzgründen nicht aufnehmen kann. Deshalb plant der Trägerverein Frauen helfen Frauen Ortenau ein zweites Frauenhaus. Kostenpunkt: 150.000 Euro. Redaktionsleiter Wolfgang Kollmer appelliert deshalb: »Spenden Sie!«

Über drei Millionen Euro haben die Leser der Mittelbadischen Presse in den vergangenen 21 Jahren für wohltätige Zwecke in der Ortenau gespendet. Ob große oder kleine Beträge – alle kamen von Herzen. Dass dies in den kommenden Wochen genauso sein wird, darauf hofft der Förderverein »Leser helfen«, der das Spendenziel von 150 000 Euro zugunsten des Ortenauer Frauenhauses anvisiert hat.

Das Geld geht eins zu eins dem Trägerverein Frauen helfen Frauen Ortenau zu. Der Verein setzt sich seit Jahrzehnten gegen häusliche Gewalt an Frauen und dadurch betroffene Kinder ein. Dazu betreibt er ein Frauen- und Kinderschutzhaus, sowie eine Übergangswohnung. Parallel wird eine Fachberatungsstelle zu häuslicher Gewalt, Zwangsheirat und Stalking unterhalten.

»Ins Frauenhaus geht niemand freiwillig«, sagt Geschäftsführerin Monika Strauch. Ein oft langjähriges Martyrium gehe voraus, bevor eine Frau den Mut fasse, sich beim Verein zu melden. Umso schlimmer, wenn sie dann keinen Platz mehr findet. Häuser und Beratungsstellen sind bis an die Belastungsgrenze beansprucht. Strauch: »Pro Jahr müssen wir etwa 150 schutzsuchende Frauen, meist mit Kindern, wegen Vollbelegung abweisen.« Das bedeutet, sie in die gefährliche häusliche Situation zurückschicken.

 

 

Frauenhaus auch Kinderhaus

Daher hat sich das Frauen-helfen-Frauen-Team ein Herz gefasst und beworben. Die Kapazität des Frauenhauses soll mit Hilfe der Spender auf 20 Plätze für Frauen erweitert werden. Bislang sind es neun Plätze für Frauen und zehn für Kinder. Der Ortenaukreis hat dem Erweiterungsplan zugestimmt. Er übernimmt die laufenden Unterbringungs- und Betreuungskosten, doch der Verein muss für Umbau und Einrichtung zu 100 Prozent selbst aufkommen.

Der große Wunsch: Ausstattung und Möbel für 20 Zimmer, für Gruppenräume und kleine Küchen. Und da ein Frauenhaus auch immer ein Kinderhaus ist, könnte die Spende unserer Leser für Spielräume, Kinderzimmer und für einen Spielplatz im Außenbereich sorgen. Als weiteres Spendenziel wird die Anschaffung von Fahrzeugen genannt. Es gilt jeden Tag Behördengänge, Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. Ein bis zwei Fahrzeuge mehr würden das erleichtern.

Beim Besuch in den Räumen ist weniger als Einfachheit der Einrichtung auszumachen. Da steht etwas verloren ein Kinderbettchen neben dem schmalen Bett der Mutter, Waschmaschinen, Trockner rotieren ununterbrochen.
Gerade für die Kleinsten, die ganz früh Leid und Angst erfahren, wäre es schön, wenn die Schutzzeit im Frauen- und Kinderhaus eine vielleicht bislang gar nicht gekannte, häusliche Wärme bringt. Ein bisschen wenigstens. Auch hier würde die

Spendenbereitschaft der Leser enorm helfen. Kinder leiden beträchtlich, sie werden Zeuge, wenn der Papa die Mama schlägt, fühlen sich hilflos, verlieren Vertrauen.

Aus allen Schichten

Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen. Auch in der idyllischen Ortenau nicht, dem Einzugsgebiet des Vereins. Man spricht davon, dass bundesweit jede vierte Frau in ihrem Leben davon betroffen ist. Sie kommt in allen Schichten der Bevölkerung vor.

Damit ein Neuanfang, ein gutes Leben von Familien gelingen kann, dafür steht der Verein Frauen helfen Frauen mit Schutzraum, Beratung, Vorsorge und Begleitung.
»Ohne das Frauenhaus hätte ich nicht überlebt«, erinnert sich eine ehemalige Bewohnerin. »Ich bin unendlich dankbar für diese Hilfe«, fügt sie an.

Info

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