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Jahresbericht

Jahresbericht 2025

Begegnung : Zukunft beginnt

Begegnungen – sie sind wie Türen, die wir manchmal nicht einmal bemerken, bis wir hindurchgehen

Aus wissenschaftlicher Perspektive sind sie weit mehr als das bloße Zusammentreffen von Menschen. Sie entstehen dort, wo Interaktion, Aufmerksamkeit und wechselseitige Beziehung zusammenkommen. Begegnungen sind kein Zufall und kein reiner Informationsaustausch. Sie sind Momente, in denen Menschen aufeinander eingehen, Vertrauen entsteht, Gefühle geteilt werden und gemeinsames Handeln möglich wird.

Forschung zeigt, dass die Wirksamkeit einer Begegnung wesentlich davon abhängt, wie Empathie, Aufmerksamkeit und Beziehungsgestaltung ineinandergreifen. Genau in diesen Momenten können Impulse für Veränderung entstehen. Begegnungen sind damit so etwas wie Schlüssel – sie öffnen
Türen, manchmal leise, oft unerwartet.

Bei Frauen helfen Frauen Ortenau e.V. wissen wir aus Erfahrung, wie kraftvoll solche Begegnungen sein können. Sie können Frauen und Kindern Mut geben, belastende Situationen zu verlassen – oder den nächsten, oft entscheidenden Schritt zu gehen, um Hilfe anzunehmen.

Studien bestätigen, was wir in unserem Alltag regelmäßig beobachten: Bis zu 80 % der von Häuslicher Gewalt Betroffenen erstatten keine Anzeige, viele nehmen zunächst keine formellen Hilfsangebote in Anspruch. Gleichzeitig geben über 60 % an, dass gerade der Moment der Begegnung mit einer vertrauten Fachkraft ausschlaggebend dafür war, Hilfe anzunehmen. Begegnungen sind damit nicht nur menschlich bedeutsam, sondern auch wirksam – und häufig der entscheidende Moment, in dem Veränderung beginnt.

In der Praxis beginnen diese Schlüsselmomente selten mit großen Gesten. Meist sind sie leise, vorsichtig, manchmal begleitet von einem zögerlichen „Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin …“.

Dann kommt es auf Haltung, Wahrnehmung und Zuhören an – manchmal genügt ein Lächeln, ein kurzer Blick oder ein sensibler Hinweis, um Vertrauen entstehen zu lassen. Empathie, Humor und Erfahrung werden dabei zu Werkzeugen, die Fachlichkeit erst wirksam machen. Unsere Arbeit schafft die Räume, in denen solche Begegnungen möglich werden: in Beratungsgesprächen, in Workshops an Schulen und im Rahmen unserer mobilen Angebote. Durch unsere verstärkte Präsenz in der Innenstadt sind wir zudem genau dort, wo Frauen und Kinder uns direkt und niedrigschwellig erreichen können. Jede Begegnung ist fachlich eingebettet und zugleich menschlich, offen und nahbar gestaltet.

Auch die vielen kleinen Abläufe im Hintergrund tragen dazu bei, dass Begegnungen gelingen können – ein kurzer Anruf, ein verschobener Termin oder die schnelle Abstimmung im Team, oft unscheinbar und doch entscheidend für das, was möglich wird.

Besonders wirksam werden Begegnungen, wenn sie sich im Netzwerk entfalten und gegenseitig verstärken: mit Kooperationspartner*innen, Schulen, Behörden und weiteren Beratungsstellen. Jede Abstimmung, jeder Austausch und jedes Gespräch trägt dazu bei, Verbindungen zu festigen, Wirkung zu erweitern und neue Handlungsspielräume zu eröffnen. Aus einem kurzen Telefonat kann eine tragfähige Kooperation entstehen, aus einem gemeinsamen Workshop neue Perspektiven und aus einem einfachen „Danke“ ein wichtiges Zeichen der Rückmeldung und Bestätigung. Begegnungen wirken dabei nicht isoliert – sie bauen aufeinander auf, ergänzen sich und schaffen so die Grundlage für nachhaltige Zusammenarbeit.

In diesem Jahresrückblick nehmen wir Sie mit auf einen Streifzug durch die Begegnungen, die unsere Arbeit prägen – immer mit dem klaren Blick darauf, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen einander wirklich begegnen.

Ich wünsche Ihnen eine anregende und
nachdenkliche Lesezeit.

Bleiben Sie uns zugewandt – in Begegnung und Verbundenheit

Petra Fränzen
Geschäftsführung


Begegnung : ortlos und nah

Manchmal klingelt das Telefon, manchmal blinkt eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter – und manchmal ist einfach keine Zeit für Umwege. Für Menschen, die von Häuslicher Gewalt betroffen sind, kann jede Sekunde entscheidend sein. Der Partner sitzt vielleicht im Nebenzimmer, das Handy ist das einzige Fenster zur Außenwelt, soziale Kontakte sind rar. In solchen Momenten müssen wir da sein, wo wir gebraucht werden – schnell, sicher
und unsichtbar.

Digitale Beratung ist kein Ersatz für persönliche
Gespräche. Fachberatung in Präsenz und telefonisch bleibt zentral. Aber Online-Formate eröffnen neue Wege – ohne Stolpersteine und Irrgärten. Ein paar Klicks, ein simples Login, und plötzlich ist die Hilfe da – leise, unauffällig, direkt, ohne Anfahrtswege, wartende Busse oder Blicke von neugierigen Nachbarn zu fürchten.

Und ja: Auch im digitalen Raum können Begegnungen wirklich wertvoll sein. Ein Chat, oder ein sicheres Nachrichtensystem kann Vertrauen aufbauen, Orientierung geben und spürbare Entlastung bringen. Digital bedeutet nicht distanziert – es bedeutet erreichbar, flexibel und nah. Manchmal ist ein virtueller Raum genau der Ort, an dem Menschen Mut fassen und das erste Gespräch wagen.
Digitale Begegnungen bieten Flexibilität, ohne Professionalität zu opfern. Sie bauen Brücken, wo Isolation Mauern errichtet. Sie machen Fachberatung schnell, leicht erreichbar und praktisch unsichtbar – wie ein guter Geheimtipp, nur dass er Leben retten kann.

Und hier liegt die Stärke: Für mehr gibt es oft keine Zeit. Kein „erst morgen“, kein Warten. Nur direkte, sichere Unterstützung genau in dem Moment, in dem sie dringend gebraucht wird. Beratung muss dort ankommen, wo Hilfe zählt und muss da sein, wenn die Zeit gegen einen spielt.

Und … gute Ideen und Lösungen sind nur sehr selten Quantensprünge, bahnbrechende Meilensteine, geschaffen, einsam und allein in absoluter Stille und Zurückgezogenheit … Sie entwickeln sich in den meisten Fällen vollkommen anders:
Sie werden auf Basis bekannter Einzelteile geschaffen, aber: die Anzahl der Kombinationen von Einzelinformationen und damit die Wahrscheinlichkeitshöhe von Ideen aller Art hängen von der Vertrautheit und der Größe der Umgebungen ab. Ein Netzwerk ist mitnichten per se klug, vielmehr wird es durch Informationsaustausch klüger.


Begegnung : leise und unverstellt

Es gibt Orte, die schreien nach Aufmerksamkeit, andere flüstern leise. Die Dauerausstellung Rosenstraße 8a gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Wer vorbeigeht, sieht zunächst nur ein unscheinbares Gebäude, eine Tür, ein Straßenschild. Wer hineingeht, merkt schnell: Hier sind Geschichten versteckt, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind – Geschichten häuslicher Gewalt, die sonst im Alltag oft unsichtbar bleiben.

Und diese Geschichten sind echt. Die Texte, die Exponate, die Hinweise – sie stammen von Frauen und Kindern, die unsere Fachberatung besucht oder im Schutzhaus gelebt haben. Wir haben uns diese Geschichten nicht ausgedacht, weil man sich so etwas schlicht nicht ausdenken kann: Die Realität übersteigt jede Vorstellungskraft.

Wer die Ausstellung betritt, begegnet also keinen fiktionalen Dramen, sondern den Erfahrungen von Frauen und ihren Kindern, die wirklich gelitten haben und uns ihr Vertrauen geschenkt haben, indem sie ihre Geschichten teilten.

Und gerade in der leisen, zurückhaltenden Art der Ausstellung wird die Wirkung spürbar: In der Stille kann man fast die Hilfeschreie hören, die in den Worten und Objekten mitschwingen. Die Botschaft trifft ins Herz. Man hört förmlich die Stimmen, die sonst im Alltag oft untergehen.

Rosenstraße 8a ist kein Schockraum, kein Theater des Horrors. Sie ist ein Ort der sensiblen Begegnung: Information wird hier erfahrbar, ohne dass sie überfällt; Verständniswächst, ohne dass es drängt. Jede Station, jedes Exponat ist wie ein kleines Fenster in die Realität, die sonst verborgen bleibt. Und genau darin liegt der Wert der Begegnung: Sie ist freiwillig, behutsam und intensiv zugleich. Besucherinnen und Besucher können hier lernen, nachzudenken, nachzufragen – ohne dass sie sich exponieren müssen oder sofort handeln sollen. Gerade dieser stille Rahmen ermöglicht es, auch die leisen Signale von Gewalt wahrzunehmen. Ein Blick, ein Text, ein Symbol – manchmal reichen diese kleinen Anstöße, um Verständnis und Sensibilität wachsen zu lassen.

Die Ausstellung zeigt, dass Begegnung nicht immer laut sein muss, um Wirkung zu entfalten. Sie erinnert uns daran: Hinter unscheinbaren Fassaden stecken oft Geschichten, die wir erst entdecken müssen – Geschichten von Frauen und Kindern, die mutig genug waren, ihre Stimme zu erheben. Dass wir hinschauen, zuhören und wahrnehmen, ist der erste Schritt, um Gewalt sichtbar zu machen, Unterstützung zu ermöglichen und Betroffene zu stärken.

Und vielleicht ist es genau diese Kombination aus Stille und Kraft, die Rosenstraße 8a so besonders macht: Begegnung hier bedeutet nicht nur, sich zu informieren, sondern mit allen Sinnen zu verstehen, dass Gewalt oft verborgen bleibt, dass sie echte Menschen betrifft – und dass in der Stille ihre Stimmen laut werden.


Begegnungen : die bleiben

Und Zahlen, die sprechen

Zahlen sind nüchtern. Sie haben keine Tränen, keinen zittrigen Atem, kein leises „Ich weiß nicht mehr weiter“. Und doch erzählen sie Geschichten.

474 Fachberatungen.
373 telefonische, 101 persönliche
oder digitale Erstkontakte.
86 Frauen und 186 Kinder im Schutzhaus.

Das sind keine abstrakten Werte aus einer Excel-
Tabelle. Das sind Begegnungen. Gespräche.
Aufnahmen mitten in der Nacht. Entscheidungen zwischen Gehen und Bleiben.

Zahlen wirken auf den ersten Blick sachlich – beinahe beruhigend. Sie geben Struktur, sie ordnen, sie schaffen Übersicht. Und natürlich brauchen wir sie: für Berichte, für Förderanträge, für Transparenz. Zahlen sind die Sprache der Verwaltung. Aber hinter jeder Zahl steht ein Mensch.

Hinter den Fachberatungen im vergangenen Jahr stehen ebenso viele Momente, in denen jemand den Mut hatte, zum Telefon zu greifen. Hinter allen Aufnahmen ins Frauenhaus stehen Koffer, die oft in Eile gepackt wurden. Und hinter jeder Statistik stehen Kinder, die plötzlich lernen müssen, dass Sicherheit nicht selbstverständlich ist.

Zahlen zählen – aber sie erzählen nicht alles.

Sie sagen nicht, wie lange jemand überlegt hat, bevor sie oder er den ersten Schritt wagte. Sie sagen nicht, wie still es in einem Zimmer sein kann, wenn eine Frau flüstert, weil der gewalttätige Partner nebenan ist. Sie sagen nicht, wie viel Kraft es kostet, Hilfe anzunehmen.

Und doch sind sie wichtig. Denn sie zeigen: Häusliche Gewalt ist kein Einzelfall. Sie ist keine Randnotiz. Sie ist Realität – Tag für Tag. Wenn wir im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Beratungsgespräche geführt haben, dann heißt das auch: 1.000 Mal Hoffnung, 1.000 Mal Orientierung, 1.000 Mal ein Schritt in Richtung
Gewaltfreiheit.

Begegnungen beginnen manchmal mit einer Zahl, einer Telefonnummer, einer ID, die unser digitales Erfassungstool willkürlich vergibt– und enden mit einem Namen.

Wenn wir also berichten, dass im vergangenen Jahr 272 Hilfesuchende Schutz bei uns gesucht und gefunden haben, dann ist das weit mehr als eine Kennziffer. Es sind 272 Lebenssituationen, in denen Schutz, Entlastung und ein erster Schritt aus der Gewalt möglich wurden. Es ist ein deutliches
Zeichen dafür, wie notwendig unsere Arbeit ist – und wie sehr sie auch weiterhin gebraucht wird.

Wenn wir zugleich wissen, dass 53 Hilfesuchende keinen Schutz bei uns finden konnten, weil alle Plätze belegt waren, dann ist auch das weit mehr als eine Zahl. Sie verweist auf 53 Schicksale, denen ein dringend benötigter Ort des Schutzes nicht zur Verfügung stand – und auf eine Realität, in der vorhandene Schutzplätze den tatsächlichen Bedarf nie vollständig abbilden können, weil dieser in seiner ganzen Dimension gar nicht sichtbar ist.

Sie macht deutlich, dass unsere Angebote an Schutz und Hilfe immer wieder an strukturelle Grenzen stoßen – und zugleich über sich hinaus gefordert bleiben, weil der Bedarf stetig wächst und sich nicht abschließend erfassen lässt. Gerade deshalb wird die Bedeutung präventiver Arbeit umso wichtiger: Die Maßnahmen unseres Vereins im Rahmen von Klare.Kante setzen genau dort an, wo Gewalt noch verhindert werden kann. Denn jeder Fall, der gar nicht erst entsteht, ist ein gewonnener Schutzraum – bevor er überhaupt gebraucht wird.

Und jede Zahl steht für eine Geschichte.

Und jede Geschichte beginnt mit einer Begegnung.


Begegnungen : sind bunt

Häusliche Gewalt hinterlässt Spuren – nicht nur bei den Frauen, die den Mut finden zu gehen, sondern auch bei den Jüngsten, die Dinge erlebt haben, die kein Kind erleben sollte.

Und dann gibt es Orte wie die Regenbogenwelt.

Hier, getragen vom Verein Frauen helfen Frauen Ortenau e.V., geht es nicht in erster Linie um das, was war. Es geht um das, was wieder möglich werden kann. Hier lernen Kinder nicht nur zu spielen – sie lernen, sich wieder auf andere einzulassen. Sie lernen, dass Konflikte ohne Angst gelöst werden können. Dass Nähe nicht weh tut. Dass Stimmen nicht laut werden müssen, um gehört zu werden.

Bemerkenswert ist dabei: Die Einrichtung ist kein abgeschlossener Schutzraum nur für Kinder aus dem Frauenhaus. Sie öffnet sich bewusst auch für Kinder, die eine reguläre Betreuungseinrichtung besuchen. Denn das Leben nach Häuslicher Gewalt ist kein Sonderfall – es ist Leben. Und genau das sollen die Kinder hier erfahren: Normalität.

Diese Mischung ist kein Zufall, sondern ein Konzept. Kinder, die Gewalt erlebt haben, begegnen hier anderen Kindern, die vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht haben.

Und gerade darin liegt eine Chance. Im gemeinsamen Spiel, im Alltag, im Miteinander entsteht etwas, das kein anderes Setting allein leisten kann: echte soziale Begegnung.
Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu vergessen. Es geht darum, ihr nicht mehr die ganze Zukunft zu überlassen.

Die Regenbogenwelt ist damit mehr als eine Betreuungseinrichtung. Sie ist ein Übergang. Eine Brücke zurück ins Leben. Ein Ort, an dem Kinder nicht auf das reduziert werden, was sie erlebt haben, sondern gesehen werden für das, was in ihnen steckt.
Viielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft: Dass nach Gewalt nicht nur Schutz kommen muss – sondern auch Raum für ein ganz normales, buntes Leben.


Begegnung für Begegnung

Es gibt dieses Geräusch am Morgen.
Schlüssel im Schloss. Schritte im Flur. Ein kurzes „Guten Morgen, bis später mal“ im Vorübergehen. Mehr braucht es oft nicht, um zu wissen: Der Tag hat begonnen und mit ihm dieser ganz normale Ausnahmealltag.

Unser Verein lebt von Begegnungen – nicht nur mit Frauen und Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Er lebt vor allem von den Menschen, die jeden Tag antreten, um sie zu begleiten. Mitarbeitende mit Fachwissen und Erfahrung. Ehrenamtliche mit Zeit, Herz und erstaunlichem Organisationstalent.

Da wird beraten, geschützt, erklärt, geplant. Da werden Krisen sortiert und Perspektiven entwickelt. Und immer dabei: Teamarbeit. Unterschiedliche
Professionen, unterschiedliche Blickwinkel – aber eine gemeinsame Haltung und Vision.

Und dann gibt es diese besonderen Orte der
Begegnung: das Frauenhauslädele in der
Innenstadt und der Bücherflohmarkt.

Im Frauenhauslädele gibt es selten Designerstücke und keine perfekt kuratierten Kollektionen. Hier stehen Geschirr, Haushaltswaren und Kinderspielzeug in den Regalen – Dinge, die Menschen uns gespendet haben. Und genau hier beginnt die eigentliche Kunst.
Denn was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, soll im Schaufenster plötzlich harmonieren. Unterschiedliche Tassen, Teller aus verschiedenen Jahrzehnten, ein Holzauto neben einer Porzellanschale. Stilistisch ein kleines Durcheinander – und doch entsteht ein Gesamtbild.

Wie das geht? Manchmal ist es die Farbe, die verbindet. Blau zu Blau. Gelb zu Gelb. Plötzlich gehören eine geblümte Kaffeetasse und eine schlichte Vase zusammen, nur weil sie denselben Farbton teilen. Aus sehr unterschiedlichen Spenden wird ein stimmiges Arrangement.

Manchmal ist es das Thema, das alles zusammenhält. Ein kleiner Frühstückstisch im Miniaturformat: Teller, Müslischalen, ein Eierbecher, daneben ein Kinderbuch – und schon erzählt das Fenster von einem Morgen, der friedlich beginnen darf. Oder es ist die Jahreszeit, die Regie führt: pastellfarbene Becher, Frühlingsblumen auf Stoffservietten, ein Stoffhase mittendrin.

So wird aus Geschirr, Haushaltswaren und
Kinderspielzeug mehr als Ware.

Es wird ein Ort der Begegnung – leise, kreativ und voller Möglichkeiten. Zwischen Formen, Farben, Materialien. Zwischen Spende und neuer Bedeutung.

Das Frauenhauslädele ist mehr als ein Geschäft. Es ist manchmal auch ein unverfänglicher erster Schritt. Ein Ort, an dem man hereinschauen kann, ohne gleich „Beratung“ sagen zu müssen. Zwischen Regalen und Kasse entstehen Gespräche. Unaufgeregt. Niedrigschwellig. Vielleicht ist es nur ein Satz. Vielleicht ein Blick. Manchmal beginnt genau dort ein Weg, der später in die Fachberatung führt.

Zwei Wochenenden im Jahr steht alles im Zeichen von Kisten, Katalogisieren und kilometerlangen Bücherreihen. Wer ihn kennt, den Bücherflohmarkt des Vereins, weiß: Das ist kein kleiner Stapel Romane auf einem Tapeziertisch. Das ist Logistik. Planung. Muskelkraft. Sortieren, schleppen, aufbauen, kassieren, abbauen. Zwei Wochenenden Ausnahmezustand – getragen von immensem Einsatz und beeindruckendem Organisationstalent.

Unsere Ehrenamtlichen schenken nicht nur Zeit. Sie tragen Verantwortung. Sie sichern Einnahmen. Sie schaffen Begegnungsorte. Sie halten mit, wenn es anstrengend wird.

Und während im Schutzhaus Alltag organisiert wird, in der Beratung sortiert und in der Prävention aufgeklärt wird, sorgen sie dafür, dass der Verein auch wirtschaftlich handlungsfähig bleibt – mit
Ideenreichtum, Verlässlichkeit und einem
erstaunlichen Maß an Energie.

Couple checking books at street flea market stall.

Fast 40 Hauptamtliche. Bis zu 60 Ehrenamtliche. Unterschiedliche Rollen, ein gemeinsames Ziel: Frauen und Kindern, die Gewalt erlebt haben, ein Leben ohne Angst nicht nur zu ermöglichen, sondern wieder denkbar
zu machen.

Mal still, mal laut und mit einer Haltung,
die sagt: Wir sind da.


Begegnung : bleibt

Auch wenn der Tag längst weitergegangen ist

Wir treten weiter an – nicht nur, um da zu sein, sondern um Begegnungen zu schaffen, die schützen, stärken, Vertrauen stiften, Halt geben und Mut machen.

Wir treten weiter an – mit Haltung. Mit Klarheit. Mit der Überzeugung, dass Begegnung den
Unterschied macht. Sie bedeutet: Da sein,
zuhören, aushalten, öffnen, gemeinsam
weitergehen – Schritt für Schritt.

Wir treten weiter an – gemeinsam mit unseren Netzwerkpartner*innen. Jede Abstimmung, jeder Austausch, jeder gemeinsame Schritt ist eine gestaltete Begegnung. Aus Gesprächen wird Klarheit. Aus Austausch wird Richtung. Aus Miteinander wird Handeln.

Begegnung heißt: nicht nebeneinander,
sondern miteinander

Wir treten weiter an – getragen von der Unterstützung unserer Förderinnen und Spenderinnen. Begegnung bleibt auch hier keine Einbahnstraße. Wir berichten, wir danken, wir zeigen Wirkung. Jede Spende ist eine Begegnung mit Verantwortung – ein Moment, in dem Vertrauen sichtbar wird und Wertschätzung Gestalt annimmt.

Wir treten weiter an – mit offenen Augen.
Mit offenen Ohren. Mit offenen Herzen.
Und mit dem Blick nach vorn.

Wir treten weiter an – für die, die uns brauchen. Für die, denen wir begegnen. Für das, was möglich wird, wenn Begegnung gelingt.

Und wir bleiben. Verlässlich. Schritt für Schritt.
Begegnung für Begegnung.

Danke für ein Jahr voller Begegnungen. Danke, dass Sie diesen Weg mit uns gehen.


Begegnung : hilft

Die staatlichen Fördermittel reichen nicht aus, damit der Verein Frauen helfen Frauen Ortenau e. V. jeden Tag unbesorgt antreten kann, betroffenen Frauen und ihren Kindern Schutz, Beratung und Begleitung zu geben. All die Menschen, die uns durch ihre Spenden und Mitgliedsbeiträge unterstützen, sind für uns und unsere Arbeit unerlässlich.

WIR FREUEN UNS ÜBER JEDE SPENDE!
Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

UNSER SPENDENKONTO:
Frauen helfen Frauen Ortenau e. V.
Volksbank Offenburg eG
IBAN DE39 6649 0000 0006 6493 00
BIC GENODE61OG1

DANKE

… den fast 280 Frauen und deren Kinder,
denen wir im Jahr 2025 schützend
begegnet sind.

DANKE

… den fast 180 Frauen und deren Kinder,
denen wir im Jahr 2025 beratend
begegnet sind.

DANKE

… allen Ehrenamtlichen, die mit ihrem
unbezahlbaren Einsatz sich für den Verein
einsetzen und die die tragende Säule des
Vereins sind.

DANKE

Danke, dass Sie hinschauen und zuhören,
dass Sie Raum für Begegnung schaffen,
uns durch Ihre Spenden und Zuschüsse
unterstützen und uns zuverlässig
zur Seite stehen.



Jahresberichte der vergangenen Jahre